1910

08.01.1910

Josef Fromm, Gürzenich 247, meldet einen stehenden Viehhandel als neues Gewerbe an.
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] siehe lfd No 520 [= 22.01.1920]

KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936

1911

Es liegen zwar keine Angaben darüber vor, wieviele jüdische Schülerinnen diese Schule besucht haben. Daß ihre Zahl nicht gering gewesen sein kann, geht daraus hervor, daß ab 1911 vier Wochenstunden in israelitischer Religion unterrichtet wurden und daß, wie schon erwähnt, ab 1917 ein jüdisches Mitglied in das Kuratorium der Schule gewählt wurde.

1880-1980. Städtisches Rurtalgymnasium Düren, Festschrift zum 100jährigen Bestehen, S. 28

05.03.1911

– In Düren fand am 5. März eine auch von Damen sehr stark besuchte Versammlung des Central-Vereins statt. Nach einigen begrüßenden Worten des Versammlungsleiters, Herrn Hermann Löwenstein, erhielt Herr Dr. med. Fritz Baum aus Cöln das Wort zu seinem Vortrage: "Die Notwendigkeit des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens." Redner schilderte in seinem mit großem Beifall aufgenommenen Referat den Antisemitismus in Staat und Gesellschaft. Zur Abwehr dieses Antisemitismus ergebe sich die Notwendigkeit des Zusammenschlusses aller deutschen Juden im Central-Verein. Herr Rechtsanwalt Dr. Julius Loewenstein aus Aachen legte in fesselnder, von häufigem Beifall unterbrochener Rede "die Ziele des Central-Vereins" dar und führte eine ganze Reihe von Fällen an, in denen der Verein antisemitischen Vorstößen mit Erfolg entgegengetreten sei. Dem Central-Verein gebühre auch das Verdienst, daß die deutschen Juden sich wieder auf sich selbst besonnen hätten. Redner wies auf das Verabscheuungswürdige der Taufe ohne Ueberzeugung hin und streifte hierauf auch kurz die bevorstehenden Reichstagswahlen. Er betonte, daß jedem bezüglich der verschiedenen Fraktionen freie Hand gelassen werde, aber die unbedingte Losung sei: "Gegen den Antisemitismus." Zum Schluß forderte er die Anwesenden zum einmütigen Beitritt zum Central-Verein auf. Herr Hermann Löwenstein dankte den beiden Rednern für ihre lichtvollen Ausführungen und befürwortete ebenfalls den Anschluß an die Organisation. Die Versammlung hatte den Erfolg, daß sofort 25 neue Mitglieder gewonnen wurden.

Im deutschen Reich, Heft 5, Mai 1911, S. 288-289

03.04.1911

Gebrüder [durchgestrichen: Philipp u. Isaak] Roer melden ein Manufakturwarengeschäft als Gewerbe an. "cfr. Anl. Anzeige das bisher von Philipp Roer betrie[bene] Geschäft wird vergröß[ert]? von Gebr Roer weiter geführt. Bisher zu Gewerbesteuer nicht veranlagt."
[Ergänzende Eintragungen:] Inh. Isaak Roer, Ehefrau seit 1.10.1925
Inhaber seit 18./4.33 Isaak Roer

KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936

05.07.1911

Max Heumann, Rölsdorf 229, meldet ein Anstreicher-Geschäft als neues Gewerbe an.
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] eingestellt

KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936

14.11.1911

[Durchgestrichen: Gebrüder] (:Jakob [durchgestrichen: und Jonas:)] Jakobs, Gürzenich 77, melden [durchgestrichen: Viehhandel] Metzgerei und Haushaltungswaren[geschäft] zum Gewerbe an. "Personenwechsel. Haben das Geschäft von ihrer Mutter der Ww. Michael Jakobs übernommen. Letztere war bisher unter Nr. 57 der Liste zu 16 M Gewerbesteuer veranlagt.
[Ergänzende Eintragungen:] [Alle Eintragungen durchgestrichen] eingestellt am 30.11.38

KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936

1911/12

5. Die Schüler (1864-1928)
A. Ehemalige Schüler, die an der Schule ein Abschlußzeugnis erwarben, und Abiturienten
[…]
Cahn Benjamin, Pier
Fromm Karl, Düren
Roer Felix, Buir
[…]

Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 160

1912

12.09.1912

”Am 12. September 1912 berichtet der Landrat, daß der Firma Josef Pollack zu Vettweiß die Konzession zum Betriebe einer Pappenfabrik erteilt worden ist. Nach dem Handelsregister wird am 7. Februar 1913 ein Gesellschaftsvertrag zwischen Moritz Pollack und Leopold Schwartz geschlossen, der die Herstellung von Pappe und Papier vorsieht. Das Unternehmen ist nur von kurzer Dauer. Noch im ersten Weltkrieg muß die Firma ihren Betrieb einstellen. Der handelsgerichtliche Eintrag über die Auflösung der Firma datiert vom 11. Dezember 1917.”

Geuenich, Geschichte der Papierindustrie, S. 531

1912

05.11.1912

Das nach dem Entwurf des Kölner Architekten Georg Falk erbaute Warenhaus Leonhard Tietz AG an der Ecke Wirtel-/Bismarckstraße wird eingeweiht. 1944 zerstört.

DVZ 1912 Nov. 4, 7, in: Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 169

1912/1913

5. Die Schüler (1864-1928)
A. Ehemalige Schüler, die an der Schule ein Abschlußzeugnis erwarben, und Abiturienten
[…]
Fromm Rudolf, Derichsweiler
[…]

Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 161

1913

06.01.1913

Der Regierungs-Präsident
Aachen, den 6. Januar 1913.
A. Z. Nr. 2652
An den Herrn Polizei-Präsidenten hier
und die Herren Landräte des Bezirks
Ende September vorigen Jahres sind in Cöln 154 Fälle von Fleischvergiftung beobachtet worden. In nachweislich 118 Fällen war die Erkrankung auf den Genuß von Rindfleisch zurückzuführen, das in einer Metzgerei in Cöln gekauft war. Um die genannte Zeit hatte letztere nachweislich ausgebeintes Rindfleisch vom Metzger Salm in Mariaweiler, Kreis Düren erhalten. Und es besteht daher der begründete Verdacht, daß die Erkrankungen durch den Genuß dieses Fleisches hervorgerufen sind. Der Geschäftsbetrieb des Salm ist als bedenklich bekannt; er pflegt kranke Schlachttiere aufzukaufen, die er aber in der Regel nicht nach seinem Wohnort verbringt, sondern im Geschäfte des Besitzers abschlachtet und unmittelbar von dort aus in den Verkehr bringt. Ob die Tiere regelmäßig der Beschau unterworfen werden, ist zweifelhaft. Jedenfalls besteht der Verdacht, daß das Fleisch der kranken Tierevielfach ununtersucht und zur Erschwerung der Kontrolle in ausgebeintem Zustande weiter veräußert wird. Um aber die erfolgte Beschau vorzutäuschen und dem Fleische die Freizügigkeit zu verschaffen, wird dem unbeschauten Fleisch tierärztlich untersuchtes und als tauglich abgestempeltes Fleisch beigefügt. Fleisch mit dem Stempel eines Tierarztes steht dem Salm jederzeit zur Verfügung, da die gesamte Beschau in seinem Betriebe zu Mariaweiler durch den Kreistierarzt von Düren ausgeübt wird.
Zu erheblichen Bedenken geben, soweit bekannt, die Betriebe nachbezeichneter Metzger im Kreise Düren Veranlassung.
Josef Gorden[!] in Düren, früher in Gürzenich
Isaak Keusch, in Merken,
Leopold Keusch in Merken,
Gustav Keusch in Hoven,
S. Levy in Langerwehe und
Keller in Wissersheim,
und im Kreise Jülich:
Elkan in Niedermerz und
Keller in Langweiler.
In diesen wie in anderen zweifelhaften Betrieben wird die Verwertung von untauglichem Fleisch pp zum menschlichen Genusse auch in der Weise versucht, daß die Verarbeitung von Konfiskaten und ekelhaften Abfällen, von Häutefleisch und von Fleisch verwundeter Tiere angeblich nur als Futter für Hunde oder andere Tiere erfolgt. Es liegt auf der Hand, daß der Genuß derartigen Fleisches durch Menschen Erkrankungen herbeizuführen geeignet ist. Diesem gemeingefährlichen Treiben muß um so nachdrücklicher entgegengetreten werden, als die überführung der Schuldigen schwierig ist.
Ich ersuche daher, die nachstehenden Maßnahmen zur Durchführung zu bringen:
1.) Über alle Metzger und Fleischhändler, deren Betrieb als unlauter bekannt ist, ist im Einvernehmen mit dem Kreistierarzt in jedem Kreise eine Liste zu führen. Die Namen dieser Gewerbetreibenden, deren geschäftliche Verbindungen sich auch auf andere Kreise erstrecken, sind den betreffenden Landräten zur Anordnung einer verschärften Kontrolle mitzuteilen. Die Betriebsstätten am Orte der gewerblichen Niederlassung sind einer ganz besonderen Kontrolle nach Maßgabe des mit Rundverfügung vom 9. November 1907 Nr. I 27241 mitgeteilten Ministerialerlasses vom 17. August 1907 betreffend die Kontrolle des Fleischverkehrs zu unterwerfen. Ich bemerke noch, daß durch eine von mir demnächst zu erlassende Polizeiverordnung den Polizeibeamten, den Kreisärzten und den Kreistierärzten die Befugnis erteilt werden wird, die Revisionen auf die Verkaufs-, Arbeits- und Vorratsräume der Metzger auszudehnen.
2.) Die Fleischbeschau in zweifelhaften Betrieben ist soweit es möglich und nicht bereits geschehen ist, Tierärzten zu übertragen. Muß die Beschau durch nichttierärztliche Beschauer beibehalten werden, so sind diese von dem zuständigen Kreistierarzt bei jeder sich darbietenden Gelegenheit zu revidieren. Ergeben sich hierbei Unregelmäßigkeiten, so sind die Beschauer erstmalig unter Androhung der Entlassung zu verwarnen; im Wiederholungsfalle aber unnachsichtlich sofort zu entlassen. Dies hat auch dann zu geschehen, wenn ein Beschauer nachweislich die unlauteren Machenschaften der Gewerbetreibenden begünstigt, auch wenn die Kontrolle des Beschauers zu Beanstandungen nicht geführt hat. Etwaige Pflichtwidrigkeiten der Beschautierärzte sind vor der Entlassung zu meiner Kenntnis zu bringen.
3.) - 6.) [Weitere Verfügungen bzgl. Kontrolle bzw. überwachung]
7.) Um die besondere Aufmerksamkeit der Polizeibeamten und der Gendarmen auf die geschilderten Vorgänge anzuregen und dauernd zu erhalten empfiehlt es sich, diesen Beamten für jede erfolgreiche Ermittelung eine Belohnung von etwa 10 M aus Kreismitteln zuzusichern und zu gewähren. [...]
[Auf dem gleichen Blatt]
Der Königliche Landrat
Düren, den 7. Februar 1913
J.Ib. Nr. 220
An den
Herrn Oberbürgermeister hier,
sowie die Herren Bürgermeister
in den Landgemeinden des Kreises
Abdruck übersende ich zur gefälligen Kenntnisnahme und genauen Beachtung.
Zur Durchführung der unter 1.) aufgeführten Maßnahmen ersuche ich mir zum 20. ds. Mts. ein Verzeichnis der Metzger und Fleischhändler einzureichen, die wegen unsauberen oder unlauteren Geschäftsbetriebes bekannt oder dessen dringend verdächtig sind. Der Kreis der geschäftlichen Verbindungen dieser Gewerbetreibenden ist zu ermitteln und in der Nachweisung zu bezeichnen. [Folgen weitere Anweisungen.]
Um einer mißbräuchlichen Verwendung von Fleisch gefallener oder nicht zu Schlachtzwecken getöteter Tiere (: Fall Keller aus Wißersheim:) vorzubeugen wollen die Herren Landbürgermeister den Gemeindevorstehern nochmals die genaue Beachtung der ministeriellen Ausführungsvorschriften zum Reichsgesetz, betreffend die Beseitigung von Tierkadavern vom 17. Juni 1911 aufgeben. [...]
Kesselkaul
Königlicher Landrat

Umdruck im Archv der GW

16.02.1913

Vor einer stattlichen Zuschauermenge besiegt DFC die Germania mit 3:0. Es spielen:
[…] Germania
[…] Seeliger […]

50 Jahre Sportgemeinschaft Düren 99, Düren 1949 [Unv. Nachdr. 2000], S. 37

27.06.1913

Nachruf des „Echo der Gegenwart“ auf Jakob Lippmann
[Vorsitzender des Vorstandes der Synagogengemeinde Aachen]
[…] Seit dem 5. September 1860 lebte Herr Lippmann in glücklicher Ehe mit Jenny Wolff aus Jülich, die ihm drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, geschenkt hat. Während des Krieges 1870 unterstützte er die Frauen der eingezogenen Landwehrleute, seine Gattin betätigte sich in edelherziger Weise bei der Pflege verwundeter Krieger. Beiden wurden dafür vom König Auszeichnungen verliehen. Frau Lippmann ist ihrem Gatten Herbst 1911 im Tode vorangegangen.[…]

Echo der Gegenwart Nr. 148 – Abendausgabe – (2. Bl.) v. 27.6.1913, in: Lepper II, S. 1009

20.11.1913

(!) Gürzenich, 20. Nov. Gestern abend gegen 10 Uhr brannten die Stallgebäude der Bäckerei Weingartz und diejenigen des Viehhändlers Jos. Fromm nieder. Die freiw. Feuerwehr war rasch zur Stelle und dem tatkräftigen Einschreiten gelang es, ein Übergreifen auf die anderen Gebäulichkeiten zu verhindern.

Zeitungsartikel unbekannter Provenienz, Unterlagen Feuerwehr Gürzenich

1913/1914

5. Die Schüler (1864-1928)
B. Ehemalige Schüler, die die Realschule mit dem Schlußzeugnis verlassen haben (seit Ostern 1914).
[…] Heimann Hermann, Düren
[…]

Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 164

1914

Samstag, 3. Januar 1914

Verlegte meine Wohnung von Eisenbahnstraße 52 nach Bismarckstr. 2
Dr. Marx

Dürener Zeitung, 03.01.1914

Samstag, 3. Januar 1914

Erhielt heute einen großen Transport junger bester hochtragender und frischmelkender Kühe!
Lade Käufer zur gefl. Besichtigung ein
Jakob Keusch, Gutenbergstraße 16

Dürener Zeitung, 03.01.1914

Samstag, 3. Januar 1914

Heute beginnt unser Inventur-Ausverkauf!
Ueberzeugen Sie sich von den enorm billigen Angeboten.
Wirtelstr. 30-32 Modehaus Johanne Loewenthal Wirtelstr. 30-32

Dürener Zeitung, 03.01.1914

Samstag, 3. Januar 1914

Posten Gummi-Mäntel
weit unter Preis, 14.50, 19.50 und 24.- Mark
in allen Größen vorrätig.
Bernh. Horn,
Schenkelstraße 22

Dürener Zeitung, 03.01.1914

Montag, 5. Januar 1914

Wir suchen zum baldig. Eintritt eine durchaus tüchtige, selbständige
Verkäuferin.
Geschw. Grünebaum

Dürener Zeitung, 05.01.1914

Montag, 5. Januar 1914

Da ich bis zum Beginn meines Umbaues
gezwungen bin, meine sämtlichen Läger enorm zu verkleinern, werden alle
Waren ohne Unterschied des Artikels zu Schleuderpreisen verkauft.
Grosse Posten Wäsche und Weisswaren sind ausgelegt.
Günstige Kaufgelegenheit für Brautpaare.
Löwenstein-Freudenberg Düren.

Dürener Zeitung, 05.01.1914

Montag, 5. Januar 1914

Wäsche und Leinenläger
erwarben wir auf unserer Berliner Einkaufsreise
[Einzelne Artikel]
Erstes Dürener Partiewarenhaus
Oberstrasse 37 Geschw. Kretzmer Oberstr. 37

Dürener Zeitung, 05.01.1914

Mittwoch, 7. Januar 1914

Voranzeige.
Mein
grosser Reklame-Verkauf
beginnt am Samstag, den 10. Januar.
Ich verkaufe während dieser Veranstaltung ohne Rücksicht auf die früheren Verkaufspreise zu Aufsehen erregend ungemein tief herabgesetzten Preisen.
Düren, Wirtelstr. 2
Schuhhaus Louis Berg Nachf.

Dürener Zeitung, 07.01.1914

Donnerstag, 8. Januar 1914

Hartoch’s Inventur-Ausverkauf
bietet die grössten Vorteile.
Als ganz besonders billig offeriere ich:
[Liste der Wäsche-Artikel]
Sämtliche noch vorrätige
Damen-, Herren-, Kinder-
Konfektion und Pelze
verkaufe ich jetzt
weit unter Preis
S. Hartoch
Düren
Wirtelstr. 34, Telefon 90

Dürener Zeitung, 08.01.1914

Freitag, 9. Januar 1914

Achtung
Empfehle die Woche
prima Mastpferdefleisch
sowie feine Wurstwaren
zu den billigsten Preisen.
Pferdemetzgerei Nathan
Düren
Kämergasse 35 Tel. 879
Halte mich empfohlen als An-
käufer von Schlachtpferden

Dürener Zeitung, 09.01.1914

Freitag, 9. Januar 1914

Aufgebot.
Der Jacob Schwarz, Pferdehändler in Bedburg, hat das Aufgebot des angeblich verloren gegangenen Hypothekenbriefes, welcher über die im Grundbuche von Bürvenich:
[…]
zu seinen Gunsten eingetragenen Hypothek in Höhe von 543 Mark und 10.15 Mark Judikatssumme mit 5 Proz. Zinsen gebildet ist, beantragt. […]
Düren, den 29. Dezember 1913.
Königliches Amtsgericht Abt. 4.

Dürener Zeitung, 09.01.1914

Freitag, 9. Januar 1914

[Ganzseitige Anzeige]
Mein billiger Reklame-Verkauf
Schuhhaus Louis Berg Nachf.

Dürener Zeitung, 09.01.1914

Samstag, 10. Januar 1914

Unser nur einmal im Jahr stattfindender
enorm billiger Inventur-Verkauf
[…]
Goldschmidt’s Schuhhaus
Wirtelstr. 37

Dürener Zeitung, 10.01.1914

Freitag, 23. Januar 1914

Aus Stadt und Kreis
Populär-wissenschaftliche Vorträge. Morgen spricht in der Reihe der populär-wissenschaftlichen Vorträge in der “Altdeutschen” unser Landsmann Herr Professor Dr. Capitaine aus Eschweiler. Sein Thema lautet: “Der ewige Jude in Sage und Dichtung.” Die Gestalt des ewigen Juden tritt uns in der Dichtkunst aller christlicher Völker häufig entgegen; um sie ist ein ganzer Kranz von Legenden gewoben. Herr Professor Dr. Capitaine hat sich der umfangreichen Literatur über den ewigen Juden besonders gewidmet und so dürfen wir von ihm eine lebendige und treffende Schilderung erwarten. […]
[Großer, zweispaltiger Bericht über die Veranstaltung]

Dürener Zeitung, 22.01.1914, 24.01.1914

Samstag, 24. Januar 1914

[Anzeigenteil]
Durch Ausschlußurteil ist der verloren gegangene Hypothekenbrief über die im Grundbuche von Straß, Band 6 Art. 168 in Abteilung 3 Nr. 6 für den Handelsmann Abraham Fromm senior zu Lendersdorf eingetragene Post von 292 Mk. Urteilssumme und 3,85 u. 1,75 Mark Kosten für kraftlos erklärt worden.
Düren, 9. Januar 1914
Königl. Amtsgericht

Dürener Zeitung, 24.01.1914

5. Die Schüler (1864-1928)
B. Ehemalige Schüler, die die Realschule mit dem Schlußzeugnis verlassen haben (seit Ostern 1914).
[…] Heimann Hermann, Düren
[…]

Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 164

Mittwoch, 29.04.1914

Zülpich, 30. April. In der vergangenen Nacht wurden auf dem hiesigen israelitischen Friedhofe in böswilliger Weise verschiedene Grabdenkmäler umgeworfen und an mehreren anderen Gräbern die Eisengitter zertrümmert. Auf die Ermittelung der noch unbekannten Täter ist eine Belohnung ausgesetzt.

Dürener Zeitung, 02.05.1914

Montag, 30.04.1914

Durch Ausschlußurteil vom 30. April 1914 ist der angeblich verloren gegangene Hypothekenbrief, welcher über die im Grundbuche von Bürvenich
Band 7 Artikel 326
Band 7 Artikel 349
Band 7 Artikel 350
Band 16 Blatt 744
Band 16 Blatt 745
zu Gunsten des Jakob Schwarz, Pferdehändler in Bedburg, eingetragene Hypothek in Höhe von 543 Mark und 10,15 Mark Judikatsumme mit 5 Prozent Zinsen gebildet ist für kraftlos erklärt worden.
Königliches Amtsgericht, Abt. 4 Düren

Dürener Zeitung, 11.05.1914

Dienstag, 26.05.1914

[Anzeigenteil]
Im hiesig. Handelsregister
ist am 26. Mai 1914 zur Firma Hub. Stormberg u. Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Düren, eingetragen worden: "Hub. Stormberg ist aus dem Amte als Geschäftsführer ausgeschieden. Durch Beschluß der Gesellschafter-Versammlung vom 19. Mai 1914 ist der § 10 Abs. 1 der Satzung wie folgt geändert: Die Gesellschaft wird durch einen oder mehrere Geschäftsführer vertreten. Sind mehrere Geschäftsführer vorhanden, so ist jeder für sich allein berechtigt, die Gesellschaft zu vertreten. Geschäftsführer sind zur Zeit Jakob und Alfons Ullmann, Kaufleute zu Düren."
Königl. Amtsgericht Düren

Dürener Zeitung Nr. 123 v. Freitag d. 29.05.1914

Freitag, 29.05.1914

Zülpich, 29. Mai. Unter dem Viehbestande des Viehhändlers Leopold Sommer hierselbst ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Dürener Zeitung, 30.05.1914

Dienstag, 02.06.1914

Die Maul- und Klauenseuche ist unter dem Viehbestande der Herren Gebr. Ullmann hierselbst festgestellt worden. Die nötigen Vorsichtsmaßregeln sind getroffen.
[Dazu umfangreiche “Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.”]

Dürener Zeitung, 02.06.1914

Mittwoch, 03.06.1914

Lüxheim, 3. Juni. Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche unter dem Rindviehbestande des Viehhändlers Witwe Schwarz zu Lüxheim ist amtstierärztlich fetsgestellt worden. Ueber den Ort Lüxheim ist die Sperre verhängt worden.

Dürener Zeitung, 03.06.1914

Donnerstag, 04.06.1914

Gladbach, 4. Juni. Unter dem Viehbestande des Viehhändlers Moses Schwarz in Gladbach und […], ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. In jedem dieser Seuchenfälle ist der Seuchenausbruch auf Tiere zurückzuführen, die auf dem Viehmarkte in Bütgenbach, Kreis Malmedy, am 26. Mai d. J. gekauft worden sind. Der Ort Gladbach und […] sind unter Sperre gestellt worden.
[Dazu im Anzeigenteil umfangreiche]
Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.
Unter dem Rindviehbestande
1. der Wwe. Abraham Schwarz zu Lüxheim,
2. des Moses Schwarz zu Gladbach,
3. des Jonas Schwarz zu Müddersheim
ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtstierärztlich festgestellt worden.
[…]

Dürener Zeitung, 04.06.1914

Samstag, 04.06.1914

Maul- und Klauenseuche. Die Firma Gebr. Ullmann zu Düren ließ heute ihren in den Stallungen befindlichen gesamten Viehbestand wegen der Maul- und Klauenseuche, die vom Markt in Büttgenbach eingeschleppt worden ist, abschlachten.

Dürener Zeitung, 06.06.1914

Montag, 22.06.1914

Maul- und Klauenseuche. Unter dem Viehbestand des Salomon Kaufmann, des Samuel Herrmann und der Witwe Haas in Kirschseiffen ist die Maul- und Klauenseuche amtstierärztlich festgestellt worden.

Dürener Zeitung, 22.06.1914

Montag, 22.06.1914

Aus dem Kreise Schleiden, 21. Juni. Die Maul- und Klauenseuche ist in Kirschseiffen bei Hellenthal in den Stallungen zweier Handelsleute ausgebrochen. Beide Viehbestände, zusammen 19 Stück, wurden zur Verhütung des Weiterumsichgreifens der Seuche abgeschlachtet. Ueber die Ortschaften Kirschseiffen und Hellenthal sowie über die Provinziallandstraße und den Fußweg am sogenannten Kröpsch bis zum Beginn der Ortschaft Blumenthal ist die Sperre verhängt worden.

Dürener Zeitung, 22.06.1914

Montag, 22.06.1914

Aus Rheinland und Westfalen.
Ein Fleischvergiftungsprozeß.
Köln, 22. Juni. Heute begann vor der 5. Strafkammer des Kölner Landgerichts unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Kratzenberg ein Prozeß der voraussichtlich vierzehn Tage bis drei Wochen in Anspruch nehmen wird; es sind dazu 300 Zeugen und 38 Sachverständige geladen. Die Anklage richtet sich gegen 1. den Metzgermeister Heinrich Wisdorf in Köln, 2. gegen die Ehefrau Wisdorf, 3. gegen den Metzgermeister Hermann Rantz aus Köln, 4. den Metzgermeister Johann Vidua aus Köln, 5. gegen die Filialleiterin Ehefrau Martha Marx, geb. Alsdorf aus Köln, 6. den Viehhändler Jakob Keusch in Düren und 7. den Metzgermeister und Viehhändler Jonas Salm in Mariaweiler bei Düren Rheinl. Bei der Anklage handelte es sich um eine im September 1912 in Köln epidemieartig aufgetretene Fleischvergiftung, an der etwa 200 Personen aus 70 Familien erkrankt sind. Wie die Anklage behauptet, sollen auch zwei Personen infolge des Genusses von vergiftetem Fleisch verstorben sein, die Strafkammer hat es aber abgelehnt dieserhalb Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen die Beteiligten zu erheben. Tatsächlich ist der Sachverhalt der, daß der größte Teil der erkrankten Personen in dem Hauptgeschäfte des Wisdorf und in dessen Filialen, von denen 3 in Frage kommen, in der Zeit vom 21. bis 23. September 1912 Hackfleisch und frische Bratwurst, die auch aus Hackfleisch hergestellt wird, gekauft haben und nach dem Genusse dieses Fleisches erkrankt sind. Es handelt sich teilweise um Schweinefleisch, teilweise um Ochsenfleisch oder um ein Gemengsel von beiden. In geringeren Mengen sind schlechte Waren aus den Geschäften von Rantz und Vidua bezogen worden, wobei zu bemerken ist, daß Vidua damals seine Waren von Wisdorf bezog, während bezgl. des Rantz die Herkunft der schlechten Ware noch nicht aufgeklärt worden ist. Die Frau Marx leitete eine der Filialen des Wisdorf und soll sich bei dem Verkauf einer Fahrlässigkeit schuldig gemacht haben. Das bemerkenswerteste bei der ganzen Sachlage ist aber der Umstand, daß von den Sachverständigen infolge der bakteriologischen Untersuchung festgestellt wurde, daß die Erkrankungen nicht allein auf den Genuß verdorbenen Fleisches zurückgeführt werden, sondern daß in weitaus größtem Maße der Genuß von Fleisch die Krankheitsursache gewesen ist, das von kranken Kühen herstammt. Die Anklage will einerseits den Beweis dafür antreten, daß in dem Betriebe von Wisdorf ein ekelerregender Schmutz herrschte, der verschiedene Gesellen bewog, auszutreten, andrerseits aber und das ist das Wichtigste, soll bewiesen werden, daß Keusch und sein Nachfolger Salm in der Eifel jede Woche 25 bis 30 kranke Kühe weit unter Preis aufgekauft haben und daß das Fleisch dieser Tiere in vollständig schmierigem, faulem und stinkigem Zustande in dem Betriebe von Wisdorf verbraucht worden sein soll. Wenn man die Anklage liest, so werden dort einfach ekelerregende Zustände geschildert, die man kaum anzudeuten vermag und den Angeklagten eine schwere Strafe eintragen werden, falls die sich in der Verhandlung bewahrheiten. Zu dem Prozeß sind zahlreiche Pressevertreter erschienen, da ein derartig umfangreicher Vergiftungsprozeß auf diesem Gebiete bisher noch nicht zur Verhandlung gestanden hat. Wir werden über die Verhandlung regelmäßig berichten.
Bei Eintritt in die Verhandlung wurde zunächst der Vater des verstorbenen Schülers, der Handlungsgehülfe Friedrich Brecht als Nebenkläger zugelassen. Sodann trat das Gericht in die Vernehmung der Angeklagten ein. Der Metzgermeister Wisdorf äußerte sich zunächst sehr eingehend über seinen Betrieb und betonte, daß sein Geschäft sich immer mehr entwickelt habe, sodaß er schließlich 5 Filialen errichten konnte. Auf Reinlichkeit sei in seinem Geschäfte immer gesehen worden. Daß sich Mäuse im Pökel gefunden hätten, wie die Gesellen angegeben, sei nicht wahr, dagegen gebe er zu, das eingeführte Fleisch entgegen der Vorschrift einer besonderen Untersuchung in Köln nicht mehr unterzogen zu habe(n). Es wird ihm sodann vorgehalten, daß er von Keusch und Salm Fleisch bezogen habe, obwohl die Unsauberkeit, die in dessen Betrieb herrschte, bereits im Jahre 1911 in einem Prozesse zur Sprache gekommen sei. Die ungünstigen Aussagen der Gesellen führt er auf Racheakte zurück, muß aber bestätigen, daß er am 24. September, also nach den Erkrankungen für 400 Mk. Fleisch verbrannt habe. Von den Erkrankten seien Forderungen bis zu 5000 Mark an ihn gestellt worden. Die Ehefrau Wisdorf bestreitet ebenfalls, sich schuldig gemacht zu haben. Zum Schlusse werden dann die beiden Angeklagten aus Düren vernommen. Keusch gibt an, wenn er in dem Rufe gestanden, schlechtes und angekranktes Vieh gekauft zu haben, so seien dies immer Denunziationen gewesen. Auch habe er immer die Tiere durch den Fleischbeschauer untersuchen lassen. Mit Wisdorf stehe er seit Ende 1908 in Geschäftsverbindung und das an ihn gelieferte Fleisch sei fast immer durch den Tierarzt untersucht worden. In seinem Betriebe sei alles in Ordnung gewesen; nie habe er eine Kuh unbeschaut geschlachtet. Er habe eines der größten Geschäfte in der Branche gehabt und alle Metzgermeister hätten gerne von ihm gekauft. Die Einlassung des Angeklagten Salm stimmt inhaltlich mit den Angaben von Keusch überein.

Dürener Zeitung, 23.06.1914

[Forts.]
Aus Rheinland und Westfalen. Ein Fleischvergiftungsprozeß. Köln, 23. Juni. In der heutigen Sitzung wurden zunächst die früheren und jetzigen Gesellen der Angeklagten Keusch und Salm vernommen. Sie bekundeten übereinstimmend, daß Salm Magervieh und auch fette Kühe geschlachtet habe. Das magere Vieh habe aber überwogen. In Köln sei der einzige Abnehmer Wisdorf gewesen, der wöchentlich früher 150 bis 200 Pfund, später mehr erhalten habe. In Bezug auf die Beschaffenheit der geschlachteten Tiere gehen die Aussagen auseinander. Während einige der Zeugen, speziell der jetzige Geselle des Angeklagten Salm nichts davon wissen will, daß kranke Tiere geschlachtet worden seien und daß Keusch in dem Rufe gestanden habe, er schlachte kranke Tiere, behauptet einer der Zeugen, infolge des ekelhaften Betriebes bei Keusch sei er gelbsuchtkrank geworden und der Vater eines anderen Gesellen erklärte, sein Sohn habe ihm erzählt, eine von dem Tierarzt untersuchte und weil krank verworfene Kuh habe Keusch nicht der Polizei zur Vernichtung übergeben, sondern an deren Stelle eine andere, die nur 200 Pfund wog und habe angegeben, das sei die von dem Tierarzt beanstandete Kuh. Auch bezgl. der Untersuchung des Viehes weichen die Aussagen voneinander ab. Während einige Gesellen sagen, alles Vieh sei vom Tierarzt untersucht worden, wissen die anderen dies nur bezgl. einiger Fälle anzugeben, während im übrigen die Tiere vom Laienfleischbeschauer untersucht worden seien. Am markantesten ist wohl die Aussage eines Gesellen, der angibt, bei Keusch sei vorwiegend sogenanntes Polkafleisch geschlachtet worden. Er habe aus dem Namen geschlossen, daß es sich um Fleisch handele, welches schlecht sei und deshalb schnell geschlachtet werden müßte. Der Sachverständige Obermeister Greven gab hierzu an, daß man unter Polkafleisch ein Fleisch von Tieren verstehe, die eine ähnliche Krankheit, wie Gicht hätte, wodurch das Fleisch wässerig werde. Das komme bei gutem Vieh vor und der Name rühre davon her, daß die Krankheit zuerst in den Beinen auftrete. Ein Metzgergeselle aus Birkesdorf gibt an, daß an Keusch von seinem Meister wiederholt krankes Fleisch zurückgesandt worden sei. Der Maurer Mathias Weitz, der verschiedentlich für Keusch Vieh transportierte, ist der Ansicht, daß die Tier immer krank gewesen seien. Sie atmeten schwer und waren bei der Schlachtung kaum am Leben. Auch bekundet der Zeuge, daß ohne Zuziehung des Beschauers geschlachtet worden sei. Die Lieferanten von Keusch und Salm geben an, daß die Angeklagten häufig Vieh kauften, das von der Versicherung als krank übernommen worden sei. Der Fleischbeschauer Lammertz bekundet, er habe die Tiere immer gut untersucht und im Notfall den Tierarzt zugezogen. Er weist es von sich, daß er unzulässigerweise Fleisch freigegeben habe. Wohl habe er den Verdacht gehabt, die Angeklagten schlachteten ungestempeltes Fleisch und sie hätten auch vor seiner Zustimmung schon geschlachtet. Drei weitere Zeugen sagten nichts wesentliches aus. Dagegen bekundet ein Bücherrevisor, daß Salm nach den Büchern 50 bis 70, 75 bis 80 und bis zu 340 Mark im Einkauf bezahlt habe. 27 Mal habe er Preise unter 100 Mark gefunden. Die Verhandlung wird dann auf Mittwoch vertagt.

Dürener Zeitung, 24.06.1914

[Forts.]
Aus Rheinland und Westfalen. Zum Fleischvergiftungsprozeß. Köln, 24. Juni. In der heutigen Verhandlung wurde mit der Vernehmung der Zeugen fortgefahren, als deren ein erster der Viehwärter Josef Bauer aus Düren angibt, daß der Viehhändler Ullmann an Keusch und Salm Kühe lieferte, die husteten oder Knochenbrüche hatten. Die kranken Tiere blieben drei oder vier Tage stehen, um sie wieder auf die Beine zu bringen. Gelang dies nicht, so kamen sie auch an Keusch, selbst wenn sie Lungen- oder Euterentzündung hatten. Häufig waren die Tiere so krank, daß sie nicht mehr gehen konnten, sondern geschleppt werden mußten. Der Viehhändler Leopold Süßkind aus Oberollendorf[!] hat verschiedentlich der Viehversicherungsgesellschaft Oberpleiß Vieh abgekauft und es bis zum Jahre 1911 an Keusch und Salm geliefert, obwohl die Tiere zeitweise an Bauchfellentzündung und Bauchwasser litten. Für die Kühe bezahlte Süßkind die horrende Summe von 25 bis 50 Mk. Daß Keusch und Salm in dem Rufe standen, “Polkaschlächter” zu sein, will der Zeuge nicht wissen. Der folgende Zeuge, ein früherer Geselle von Keusch, der Fabrikarbeiter Franz Abels aus Birkesdorf weiß zu bekunden, daß die Angeklagten Keusch und Salm für sogenannte Wurstkühe (mageres Vieh) 50, 60, 70 aber auch schon 150 Mk. zahlten. Die von ihnen angekauften Tiere waren fast alle krank und litten an Tuberkulose, Gebärmutterentzündung und Bauchfellentzündung und sie mußten häufig vom Wagen heruntergeschleift werden. Es kam häufig vor, daß die Tiere erst geschlachtet und dann der Fleischbeschauer geholt wurde, besonders, wenn es sich um Tiere handelte, die fast tot waren. Die ganzen Schlachtungen bei Keusch seien Notschlachtungen gewesen und das Vieh meistens so schwach, daß es sofort abgestochen werden mußte. Während der Fleischbeschauer Lammertz behauptet, er habe immer die Tiere nachgesehen, auch wenn er nicht von Keusch gerufen worden sei, erklärt der Zeuge Abels das für unwahr und sagt, es sei eine Schweinerei gewesen, wenn bei Keusch geschlachtet wurde, da der sich hierbei verbreitende Geruch unerträglich gewesen. Der Schlachthofdirektor von Düren, Haffner gibt an, daß die Zustände bei Keusch und Salm in der Stadtverordnetensitzung zur Sprache gekommen seien und der Oberbürgermeister habe von “Polkaschlächtern” gesprochen. Unter Polkaschlächtern versteht der Zeuge, solche Metzger, die das Fleisch, das aus Notschlachtungen stammt, aufkaufen und es dann verwerten. Daß es sich dabei speziell um Fleisch von gichtkranken Kühen handele, hat der Zeuge noch nicht gehört. Der Abdecker in Düren hat in acht Jahren von Keusch und Salm nicht weniger als 39 Tiere zur Vernichtung erhalten. Die Beschuldigten standen schon lange in dem Rufe, Gimpel, d. h. minderwertige Tiere zu schlachten. Der frühere Untersuchungsrichter, jetzige Landgerichtsdirektor Kirschke und der Kommissar Terfloth aus Köln haben bei Keusch und Salm Revisionen vorgenommen. Während bei Keusch in Düren keine Beanstandungen zu machen waren, wurde bei Salm alles im größten Schmutz gefunden und an der Düngegrube lagen vier Magen und ein Herz, die teilweise noch verwertet werden sollten. Von den folgenden Zeugen ist nur noch die Aussage des Kreistierarztes Dawecke wichtig, der der Ansicht ist, daß Fleischbeschauer Lammertz seine Pflicht nicht getan und oftmals fünf gerade sein ließe. Auch hat er schon bei Salm kranke Tiere gefunden.

Dürener Zeitung, 25.06.1914

[Forts.]
Aus Rheinland und Westfalen. Fleischprozeß. Köln, 24.[?] Juni. Die sehr umfangreiche heutige Beweisaufnahme hatte im wesentlichen folgendes Ergebnis: Der Zeuge Abels bekundet, daß Salm drei Gekröse, die tuberkulös waren, benutzt hat, während er die Behauptung seines Vaters von der unterschobenen Kuh nicht aufrecht erhalten konnte. Salm erklärt die Aussage des Zeugen für einen Racheakt. Es werden sodann eine große Anzahl von Zeugen, darunter solche aus der Umgegend von Düren, vernommen, die einerseits bekunden, daß sie mit den Lieferungen von Keusch und Salm stets zufrieden waren und andererseits, daß verschiedentlich abgelehnt worden sei von seiten der Angeklagten, minderwertige Tiere zu kaufen. Verschiedene andere Zeugen bekunden, daß Preise von weniger als 100 Mark für Magerkühe nichts Außergewöhnliches seien. Der Fabrikdirektor Winter aus Düsseldorf von der Firma Frohwein u. Nolden, die wöchentlich 50 Zentner Fleisch von Keusch bezog, ist mit den Lieferungen sehr zufrieden gewesen. Ein Zeuge will gehört haben, daß der Zeuge Abels geäußert hätte, wenn Salm nicht bezahle, werde er ihn anzeigen. Auch wird der Belastungszeuge Weitz als rachsüchtiger Mensch geschildert. Durch einen Zuschauer wird festgestellt, daß einige der Gesellen von Wisdorf geäußert haben: Wir werden ihm schon zeigen, was die Butter kostet. […] Andere Zeugen machen für den Angeklagten [Wisdorf] günstige Aussagen; sie erklären, daß das Fleisch, das von Keusch bezogen, stets gut gewesen sei, und daß es auch in der Metzgerei stets sauber hergegangen sei. Ein Zeuge erklärt, daß seiner Ansicht nach das Fleisch von Keusch nicht schlecht gewesen sei, dagegen sei das Fleisch von einem anderen Lieferanten häufiger zurückgeschickt worden. Ein bei Samuel in Stellung befindlicher Metzgergeselle bezeugt im Gegensatz zu anders lautenden Angaben, daß das an Wisdorf gelieferte Fleisch stets gut gewesen sei und Wisdorf niemals Fleisch zurückgesandt habe, weil es schlecht gewesen sei. Im übrigen sind die Aussagen zum Teil belastend, zum Teil entlastend. […] Ein Viehmäkler, der die Geschäfte zwischen Keusch und Wisdorf vermittelt hat, betont, daß Wisdorf ausdrücklich verlangt habe, daß[!] an ihn gelieferte Fleisch müßte T. U. d. h. tierärztlich untersucht und gestempelt sein. […] […] Nach einigen weiteren Vernehmungen wurde die Verhandlung abgebrochen und auf Samstagmorgen vertagt.

Dürener Zeitung, 27.06.1914

[Forts.]
Aus Rheinland und Westfalen.
Fleischprozeß.
Köln, 1. Juli. Zu Beginn des 7. Verhandlungstages wird ein ostfriesischer Lederhändler, eine Reihe von Metzgermeistern vernommen, die teils für, teils gegen die Angeklagten aussagen; […] Der Sachverständige, stellvertretende Obermeister von Köln Höfken, sagt aus: Ein erstklassiges Geschäft würde nie von Keusch und Salm bezogen haben. […] Es sei seiner Ansicht nach eine Leichtsinnigkeit von Wisdorf, wenn er, von einem Gesellen darauf aufmerksam gemacht, daß das Fleisch schlecht sei, es dennoch verwenden lasse.

Dürener Zeitung, 01.07.1914

[Forts.]
Aus Rheinland und Westfalen.
Fleischprozeß.
Köln, 2. Juli. Die gestrige Verhandlung lieferte einige recht interessante Zeugenaussagen und Gutachten [zu den Erkrankungen etc.]
Heute waren nicht weniger wie 67 Zeugen geladen, die alle über Fleisch und Wurst, das im Hauptgeschäft oder den Filialen des Wisdorf’schen Betriebes gekauft wurde und den darauf eingetretenen Erkrankungen aussagen sollen. […]

Dürener Zeitung, 03.07.1914

[Forts.]
Aus Rheinland und Westfalen.
Fleischvergiftungs-Prozeß. (8.-11. Tag.)
Köln, 8. Juli. [Restliche Zeugenvernehmung und Vernehmung von Sachverständigen: Prof. Dr. Chaplewski; Dr. Tiede, Tierarzt und Vorsteher des bakteriologischen Instituts des Kölner Schlachthofes; Dr. Große Bohle, Direktor des Kölner Nahrungsmittel-Untersuchungsamtes]
[Am nächsten Verhandlungstag] Hierauf wird erneut in die Vernehmung der Sachverständigen eingetreten […]. Der nächste Sachverständige ist der bereits einmal vernommene Tierarzt Dr. Diede, der bekundet, daß es sich in den von Keusch und Salm gekauften Kühen um kranke Tiere oder solche ohne Garantie handele. Die Tatsache, daß die Tiere nicht mehr gehen konnten oder daß es Notschlachtungen waren, rede eine deutliche Sprache. […]
Die Verhandlung wird dann nach Schluß der Beweisaufnahme geschlossen, worauf morgen die Plaidoyers beginnen, sodaß Mittwoch oder Donnerstag das Urteil zu erwarten ist.

Dürener Zeitung, 08.07.1914

[Forts.]
Aus Rheinland und Westfalen.
Des Fleischprozesses Ende.
Köln, 9. Juli. Nachdem gestern die Beweisaufnahme abgeschlossen worden war, begannen heute die Plaidoyers und der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte, die beiden Angeklagten Keusch und Salm zu je einem Jahre Gefängnis, Wisdorf zu 1200 Mk., Vidua zu 150 Mk. und Frau Wisdorf zu 75 Mk. Geldbuße zu verurteilen, während er bei den übrigen Angeschuldigten Frau Marx und Rantz die Freisprechung beantragte. Abgesehen davon, daß der Staatsanwalt den Betrieb der Angeklagten Keusch und Salm als Polkaschlächterei und als ekelerregend bezeichnete und für erwiesen hielt, daß sie in großem Umfange kranke und gesundheitsschädliche Tiere zum Verkauf gebracht hatten, machte er äußerst interessante Ausführungen prinzipieller Natur über den in der Verhandlung zutage getretenen Mangel in der Handhabung der Fleischbeschau durch die Laienfleischbeschauer. […] Gerade das Vieh, das von den Viehversicherungen abgestoßen werde, bilde eine große Gefahr und der Mangel besonderer Vorschriften in dieser Hinsicht habe Keusch den Ankauf solchen Viehs leicht gemacht. Die Verteidiger baten sämtlich für ihre Angeklagten um Freisprechung.
Das Urteil lautete gegen Salm und Keusch wegen Vergehens gegen § 12 des Nahrungsmittelgesetzes und § 26, Ziffer 1 und § 9 des Fleischbeschaugesetzes auf je 1 Jahr Gefängnis, außerdem wurden ihnen die bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre aberkannt. Wisdorf erhielt 1000, Vidua 100 Mk. Geldbuße. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Das Urteil gegen Keusch und Salm soll in der Allg. Fleischer-Zeitung-Berlin, das gegen Vidua, Wisdorf und Frau Marx[?] in der[!] Kölner Zeitungen veröffentlicht werden. Der Antrag auf Verhaftung von Keusch und Salm wurde abgelehnt.
[s. a. 17.07.]

Dürener Zeitung, 09.07.1914

23.06.1914

Genehmigungsurkunde.
Dem Metzger Herrn Joseph Meyer zu Merken wird hiermit auf Grund der §§ 16, 17 ff der Reichsgewerbeordnung vom 26. Juli 1900 sowie des § 109 des Gesetzes über die Zuständigkeit der Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbehörden vom 1. August 1883 mit Vorbehalt aller Privatrechte Dritter die Genehmigung erteilt, nach Maßgabe der vorgelegten und am 21. Januar 1914 durch den Königl. Gewerbeinspektor, hierselbst, in gewerbepolizeilicher, am 20. Januar 1914 vom Vorstand des Königl. Hochbauamtes, hierselbst, in bautechnischer, am 6. Februar 1914 vom Königl. Kreisarzte, hierselbst, in sanitätspolizeilicher sowie am 28. Februar 1914 vom Kreistierarzt, hierselbst, in veterinärpolizeilicher Hinsicht geprüften Zeichnungen und der dazu gehörigen Beschreibung, welche dieser Urkunde als Anlage beigefügt sind, auf dem in der Gemeinde Merken belegenen Grundstücke Flur 12, Parzellen-Nr. 183/71, 341/71 und 342/71 eine Schlächterei-Anlage unter den auf der 3. Seite angegebenen Bedingungen zu errichten und zu betreiben.
Vor Fertigstellung der Anlage und spätestens 8 Tage vor der beabsichtigten Inbetriebnahme hat der Besitzer der Anlage oder dessen Bevollmächtigter der Ortspolizeibehörde schriftlich oder zu Protokoll eine Anzeige darüber zu erstatten, wann der Betrieb begonnen werden soll.
Diese Genehmigung wird nur auf solange erteilt, als nicht eine wesentliche Bedingung, unter welcher die Genehmigung erteilt worden, verletzt, oder ohne neue Genehmigung eine wesentliche Änderung der Betriebsstätte oder eine wesentliche Veränderung in dem Betriebe der Anlage vorgenommen, und wegen einer dieser Handlungen gegen den Inhaber der Anlage ein rechtskräftiges Urteil ergangen ist. Tritt dieser Fall ein, so beschließt die unterzeichnete Behörde in dem für die Beschlußfassung über Genehmigungsgesuche vorgeschriebenen Verfahren darüber, ob der Fortbestand der Genehmigung zu bewilligen oder zu versagen sei. Fällt dieser Beschluß auf Versagung aus, so erreicht die erteilte Genehmigung mit der Rechtskraft dieses Beschlusses ihr Ende. Vorstehende Genehmigung erlischt von selbst, wenn der Inhaber nach Empfang derselben ein ganzes Jahr vorübergehen läßt, ohne davon Gebrauch zu machen, oder wenn derselbe den Betrieb der Anlage während eines Zeitraumes von drei hintereinanderlaufenden Jahren eingestellt hat, ohne eine Fristung nachgesucht und erhalten zu haben.
Vorläufig versteuert mit 2,50 Mark.
Diese Urkunde ist bei Vermeidung der im § 18 des Stempelsteuergesetzes angedrohten Strafe behufs endgültiger Versteuerung binnen 4 Wochen nach Fertigstellung der Anlage unter Angabe des tatsächlichen Kostenbetrages der Anlage wieder vorzulegen.
Düren, den 23. Juni 1914.
Der Kreisausschuß des Kreises Düren.
[Unterschrift]
[Seite 3] Bedingungen.
1.) Der Hofraum zwischen dem Stallgebäude und der Wurstküche nebst Schlachtraum ist zu pflastern.
2.) Das Fenster des Schlachtraumes nach dem Hofraume zu ist in einer Höhe von mindestens 1,70 m über dem Aussenpflaster anzubringen und muß um die horizontale Achse drehbaren[!] Oberflügel erhalten.
3.) Das in der Giebelmauer befindliche Fenster muß mindestens 1 qm Fläche haben und ganz zum öffnen eingerichtet sein.
4.) Die zwischen Schlachtraum und Wurstküche befindliche Maueröffnung darf als Durchgang nicht benutzt werden und ist daher zuzumauern.
5.) Die Decke des Schlachtraumes, die durch das Falzziegeldach gebildet wird, ist unterseitig zu belatten und zu putzen.
6.) Die Decke der Wurstküche ist zu verrohren und zu verputzen.
7.) Die Wände des Schlachthauses sind in ganzer Höhe zu zementieren und bis auf 2 m Höhe mit heller, nicht roter Ölfarbe zu streichen.
8.) Die bis auf 2 m Höhe zementierten Wände der Wurstküche sind mit heller, nicht roter Ölfarbe zu streichen.
9.) Die Wurstküche ist auch durch das Dach zu entlüften.
10.) Die in der Schlächterei entstandenen Abfälle dürfen nicht mit anderen Abfällen gemeinschaftlich aufbewahrt werden; insbesondere dürfen auf die Dungstätte mit Ausnahme des Inhalts der Gedärme keinerlei Schlächtereiabfälle gebracht werden.
11.) Die Blutgrube ist mit eingefalztem, eisernen Verschlußdeckel zu versehen.
12.) Die Leitung der Blutgrube muß durch einen eisernen Schieber innerhalb des Schlachtraumes abzusperren sein.
13.) Die Grube für feste Abfälle ist mit dicht schließendem, eisernen Deckel zu versehen.
14.) Die Gruben für die festen, und flüssigen Abgänge sind im Sommer sofort nach jedem Schlachttage, im Winter wenigstens zweimal wöchentlich zu entleeren, zu reinigen und mit Kalkmilch zu desinfizieren. Der Inhalt ist durch Abfahren zu beseitigen.
15.) Arbeiten, bei welchen flüssige oder halbflüssige Abgänge entstehen können, dürfen nur innerhalb des Schlachtraumes vorgenommen werden.
16.) Spülwasser und sonstiges riechendes oder gefärbtes Wasser darf nicht in Gräben oder Rinnsteige geleitet werden.
17.) Der Wurstkessel darf nicht zur Talgschmelzerei, sondern nur zu den im Schlachtergewerbe gebräuchlichen Arbeiten benutzt werden. Über dem Kessel ist ein in den Schornstein mündender Wrasenfang anzubringen.
18.) In der Schlächtereianlage hat ein durch Polizeiverordnung vom 7. IV. 1913 im Kreise Düren vorgeschriebener Konfiskatbehälter Aufstellung zu finden.
19.) Sobald die Gemeinde Merken eine zentrale Wasserleitung errichten sollte, ist das zum Gewerbebetriebe benötigte Wasser nur dieser zu entnehmen.
20.) Die Arbeitsmaschinen müssen mit den von der Berufsgenossenschaft vorgeschriebenen Schutzvorrichtungen versehen werden.

Duplikat im Archiv der GW

Samstag, 27.06.1914

Bekanntmachung
Die unter dem Rindviehbestande der Viehhändler Gebrüder Ullmann, Kölnstraße 76 hierselbst wohnhaft, ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen.
[…]
Düren, den 27. Juni 1914.
Die Polizei-Verwaltung.
Der Oberbürgermeister:
Klotz.

Dürener Zeitung, 27.06.1914

Freitag, 17.07.1914

Zum Fleischprozeß, der kürzlich vor dem Landgericht in Köln verhandelt wurde, wird jetzt bekannt, daß gestern die beiden zu Gefängnis verurteilten Metzger Keusch und Salm wegen Fluchtverdachts in Haft genommen wurden.

Dürener Zeitung, 17.07.1914

Samstag, 01.08.1914

An die deutschen Juden!
In schicksalsschwerer Stunde ruft das Vaterland seine Söhne unter die Fahnen. Daß jeder deutsche Jude zu den Opfern an Gut und Blut bereit ist, die die Pflicht erheischt, ist selbstverständlich.
Glaubensgenossen! Wir rufen Euch auf, über das Maß der Pflicht hinaus Eure Kräfte dem Vaterlande zu widmen! Eilet freiwillig zu den Fahnen! Ihr alle, Männer und Frauen, stellet Euch durch persönliche Hilfeleistung jeder Art und durch Hergabe von Geld und Gut in den Dienst des Vaterlandes!
Berlin, den 1. August 1914.
Verband der Deutschen Juden.
Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens.

Dürener Zeitung, 05.08.1914

Donnerstag, 06.08.1914

[Anzeigenteil]
Gestiftet wurden weiterhin für Verpflegung der Soldaten am hiesigen Bahnhof:
[…]
Israelitischer Frauenverein, Düren 500,00 Mk.
Sammlung Löwenthal, Düren 32,00 Mk.
[…]
Allen Gebern herzlichen Dank. Weitere Gaben werden von der Vorsitzenden des Vaterländischen Frauenvereins, Frau Viktor Schoeller, Bismarckstr. 30, in Empfang genommen.
Der Vorstand des Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 06.08.1914

Freitag, 07.08.1914

[Anzeigenteil]
Gestiftet wurden weiterhin für Verpflegung der Soldaten am hiesigen Bahnhof:
Israelitisches Montagskränzchen Düren 80,42 Mk.
[…]
Allen Gebern herzlichen Dank. Weitere Gaben werden von der Vorsitzenden des Vaterländischen Frauenvereins, Frau Viktor Schoeller, Bismarckstr. 30, in Empfang genommen.
Der Vorstand des Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 07.08.1914

Samstag, 08.08.1914

[Anzeigenteil]
Gestiftet wurden weiterhin für Verpflegung der Soldaten am hiesigen Bahnhof
von Herrn Rudolf und Herm. Gerson Düren 30 Mk. […] Jüdischer Kegelclub Düren 50 Mk. […]
Der Vorstand des Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 08.08.1914

Montag, 10.08.1914

[Anzeigenteil]
Als weitere Kriegs-Spenden gingen ein von […] Wohltätigkeitsverein der Israelitischen Gemeinde, Drove 70 Mk. […] Jüdischer Jugendverein 100 Mk. […] Geschwister Loew 30 Mk. […] Fräulein Grete und Ruth Herz 5 Mk. […]
Die vereinigten Vorstände
des Roten Kreuzes und des Vaterländ. Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 10.08.1914

Donnerstag, 13.08.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
Synagogengemeinde Lüxheim 30 Mk., […] Frl. Berta Leven und Frl. Maria Biesel 3 Mk., […] Herm. Löwenstein 100 Mk., A. Löwenstein 100 Mk.
[…]
Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 13.08.1914

Freitag, 14.08.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
[…] Herrn Max Herzheim 100 Mk., […] Herren R. und J. Meyer, Gey 25 Mk. […]
Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 14.08.1914

Samstag, 15.08.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
[…]
Berichtigung: 20 Mk. gingen ein vom israelitischen Frauenverein Lüxheim.
Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 15.08.1914

Montag, 17.08.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
[…] Herrn Rechtsanwalt Dr. Heymann 30 Mk., […]
Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 17.08.1914

Mittwoch, 19.08.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
[…] Israelitischer Frauenverein 50 M, […] Firma Gebr. Schweitzer 25 M […]
An Naturalien gingen ein:
[…] 2. Ev. Gemeindehaus: […] Herrn David Mayer […]
Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 19.08.1914

Donnerstag, 20.08.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
[…] Herrn Ullmann jr. 50 M, […]
Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 20.08.1914

Donnerstag, 20.08.1914

[Anzeige]
Von der Armee
zurück.
Tierarzt Schnitzler
Schenkelstr. 24, Tel. 1770.

Dürener Zeitung, 20.08.1914

Samstag, 22.08.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
[…] Herr Knopfmacher 50 Mk, […]
Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 22.08.1914

Dienstag, 25.08.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
[…]
An Naturalien gingen ein im: 1. [Evang.] Gemeindehaus: […] Frau Jakob Falk […]
Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 25.08.1914

Mittwoch, 26.08.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
Herrn H. Leven Düren 25,- M […]
Israelitischer Frauenverein 50,- M […]
Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 26.08.1914

Donnerstag, 27.08.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
[…] Israelitische Synagogenverein Embken […]
Liebesgaben in Naturalien gingen ein von:
[…] Frau Dr. Littaur […]
Berichtigungen: Die am 18. d. M. vermerkten 50 Mk. waren vom Israelitischen Frauenverein Embken. […] Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 27.08.1914

Mittwoch, 02.09.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
[…]
Berichtigung: Statt israelitischer Frauenverein 50 Mk., muß es heißen: israelitischer Frauenverein Gür- [Textverlust durch Satzfehler]
Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 02.09.1914

Donnerstag, 03.09.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
Synagogen-Chor in Drove 20 Mk., […] Herrn S. Hartoch und Frau 40 Mk. […]
Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins.

Dürener Zeitung, 03.09.1914

Freitag, 04.09.1914

Bekanntmachung.
Zu Gunsten von Familien, deren Ernährer zur Fahne einberufen worden ist, bezw. für wohltätige Kriegszwecke gingen bei mir ein von:
Herrn Stadtverordneten Löwenstein (überwiesene Einquartierungsvergütung) 27,- M
[…]
Herrn David Meyer 30,- M
Herrn David Meyer (überwiesene Einquartierungsvergütung) 16.50 M
Weitere Gaben nimmt gerne entgegen
Der Oberbürgermeister
Klotz

Dürener Zeitung, 04.09.1914

Freitag, 05.09.1914

Auf dem Bürgermeisteramt gingen bis jetzt für den Kriegsgeschenkefonds ein:
[…]
[…]
6. Herrn Ludwig Holländer 20,- M
7. Herrn Ludwig Holländer (überwiesene Einquartierungsvergütung) 6,- M
8. Herrn Adolf Knopfmacher (überwiesene Einquartierungsvergütung) 24,- M
[…]

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
[…] Fräulein Selma Baum 10 Mk. […]

An weiteren Kriegsspenden für das Rote Kreuz und den Vaterländischen Frauenverein gingen bei mir ein von:
[…]
An Liebesgaben in Naturalien gingen ein von:
[…] Frau Philipp Levy, Kreuzau, […] Frau Leopold Roer, Kreuzau, […] Fräulein Sara Roer, Kreuzau […]
Kreuzau, den 4. September 1914.
Der Bürgermeister Hoffmann.

Dürener Zeitung, 05.09.1914

Montag, 07.09.1914

Kriegs-Geschenkefonds
An weiteren Spenden gingen ein von:
Herrn Jak. Lichtenstein 25,- M
[…]
Herren Gebr. Ullmann 50,- M

Dürener Zeitung, 07.09.1914

Dienstag, 08.09.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
[…]
An Naturalien gingen ein im:
Vereinshaus: […] Knopfmacher, David Mayer […]
Gemeindehaus: Jakob Fromm […]
Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins
***** Kriegs-Geschenkefonds
An weiteren Spenden gingen ein von:
[…]
Herrn Phil. Jordon[!] (überwies. Einquart.-Vergüt.) 6.- M
Herrn Phil. Jordon 5.- M
Herrn Moritz Capell (überwies. Einquart.-Vergüt.) 12.- M

Dürener Zeitung, 08.09.1914

Mittwoch, 09.09.1914

An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
[…]
An Naturalien gingen ein im:
Vereinshaus: […] Fina Kamp, Berg b. Nideggen […]
Gemeindehaus: […] Liffmann […]
Kolpinghaus: […] Gebr. Schweitzer […]
Die vereinigten Vorstände des Roten Kreuzes und des
Vaterländischen Frauenvereins
***** Kriegs-Geschenkefonds
An weiteren Spenden gingen ein von:
[…]
Herrn Phil. Jordon[!] (überwies. Einquart.-Vergüt.) 6.- M
Herrn Phil. Jordon 5.- M
Herrn Moritz Capell (überwies. Einquart.-Vergüt.) 12.- M

Dürener Zeitung, 09.09.1914

Freitag, 11.09.1914

Kriegs-Geschenkefonds
An weiteren Spenden gingen ein von:
[…]
Herrn Phil. F. Edler 100,- M
[…]
Herrn Jakob Lenz (überwies. Einquart.-Vergüt.) 12.- M
Herrn Jakob Lenz 20,- M

Dürener Zeitung, 11.09.1914

Freitag, 11.09.1914

Bekanntmachung.
Zur Verwendung für die örtlichen Einrichtungen zur Pflege Verwundeter und erkrankter Krieger sind bis jetzt hier eingegangen von:
[…] Frauenverein, Israelitischer 50 M […] Gemeinde, Israelitische 50 M […] Kaufmann, Heinr. 50 M Kaufmann, Leo 1 M […] Meyer, Sofie 2 M […]
Allen Spendern herzlichen Dank. Weitere Zuwendungen sehr erwünscht.
Langerwehe, den 10. September 1914
Der Bürgermeister: Haack.

Dürener Zeitung, 11.09.1914

Samstag, 12.09.1914

Geschäfts-Eröffnung und Empfehlung.
Meiner geehrten Kundschaft von Kreuzau und umliegenden Ortschaften zur gefl. Kenntnisnahme, dass ich daselbst ein
Maler- u. Anstreicher-Geschäft
eröffnet habe. – Ich empfehle mich in allen vorkommenden Arbeiten von den einfachen bis zu den feinsten Ausführungen. Alle ins Fach schlagenden Waren, wie Tapeten, Linkrusta, Linoleum, Farben und Lacke stets auf Lager. Sorgfältige und prompte Bedienung.
Hochachtungsvoll
Hermann Daniel
Anstreichermeister
Kreuzau, den 12. Sept. 1914

Dürener Zeitung, 12.09.1914

Montag, 14.09.1914

Kriegs-Geschenkefonds
An weiteren Spenden gingen ein von:
[…]
Herrn Isak Meier 10,- M
[…]

Dürener Zeitung, 14.09.1914

Dienstag, 15.09.1914

Kriegs-Geschenkefonds
An weiteren Spenden gingen ein von:
[…]
Frau Markus Berlin 20,- M
ditto (überwiesene Einquart.-Vergütung) 27,- M
[…]

Dürener Zeitung, 15.09.1914

Freitag, 18.09.1914

Kriegs-Geschenkefonds
An weiteren Spenden gingen ein von:
[…]
Herrn S. Goldschmidt 30,- M
Fräulein Grete Goldschmidt 5,- M
[…]

Dürener Zeitung, 18.09.1914

Samstag, 19.09.1914

Kriegssammlung bei der ,Dürener Zeitung’
Es gingen weiter ein:
Herm. Wolf(f) Kelz 10,- M
[…]
Kriegs-Geschenkefonds
An weiteren Kriegsspenden gingen ein von:
[…]
Israelitischer Wohltätigkeitsverein Düren 300,- M
[…]
Herrn David Mayer (überw. Einqu.-Verg.) 15,- M
Herrn Emanuel Heimann (überw. Einqu.-Verg.) 46,50 M
[…]

Dürener Zeitung, 19.09.1914

Montag, 21.09.1914

Kriegs-Geschenkefonds
An weiteren Spenden gingen ein von:
[…]
Mitglieder der Synagogengemeinde Düren als Ablösung von Neujahrsglückwünschen 304,- M
[…]

Dürener Zeitung, 21.09.1914

Montag, 28.09.1914

Hohen Feiertags halber
bleibt mein Geschäft Mittwoch, den 30. ds. bis abends 7 Uhr geschlossen.
J. Lichtenstein, Wilhelmstr. 15

Dürener Zeitung, 28.09.1914

Dienstag, 29.09.1914

Feiertags halber
bleibt mein Geschäft morgen Mittwoch geschlossen.
Ullmann jr.

Dürener Zeitung, 29.09.1914

Dienstag, 29.09.1914

Kriegsgeschenkesammlung
An weiteren Spenden gingen ein von:
Herrn Eduard Ullmann 50,- M
[…]

Dürener Zeitung, 29.09.1914

Dienstag, 29.09.1914

Hoher Feiertage
wegen bleibt mein Geschäft Mittwoch den 30. bis abends 7 Uhr geschlossen.
E. Heimann, Bonnerstrasse 12

Dürener Zeitung, 29.09.1914

31.10.1914

Josef Fromm jr., Gürzenich 247, meldet seinen stehenden Viehhandel als Gewerbe ab. "Einstellung des Gewerbes vom 1. Januar 1915 ab. P. Fromm war bisher unter Rollennummer 1034 Klasse IV zu 20 Mk Gewerbesteuer veranlagt."
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen]

KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936

19.12.1914

Verlosung im Museumsverein
Bei der am 19. Dezember im Museumsverein abgehaltenen Verlosung wurden folgende Gewinne gezogen:
1. “Erftmühle”, Oelgemälde von Karl Jutz jun.: Hr. Adolf Knopfmacher. […] 13. “Winterlandschaft bei Oberammergau”, Aquarell von R. Winkler: Hr. Philipp Edler. […]

Dürener Zeitung, 22.12.1914

19.12.1914

[Anzeigenteil]
Die Firma Löwenstein-Freudenberg, Düren, hat am 19. Dezember 1914 der Ehefrau des Kaufmanns Leo Löwe, Ida geb. Löwenstein Prokura erteilt.
Königl. Amtsgericht Düren.

Dürener Zeitung, 22.12.1914

28.12.1914

[Anzeigenteil]
Zur Firma Gebr. Lachs, Hochkirchen, ist am 28. Dez. 1914 eingetragen worden: Kaufmann Nathan auch Noe Lachs ist in die Gesellschaft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.
Königl. Amtsgericht Düren.

Dürener Zeitung, 31.12.1914

5. Die Schüler (1864-1928)
A. Ehemalige Schüler, die an der Schule ein Abschlußzeugnis erwarben, und Abiturienten
[…] Leven Karl, Düren […]

Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 161

Die Platzfrage belastete den Vorstand weiterhin und blieb immer Thema. […] Zunächst überließ der Metzgermeister Fromm dem Club seine Wiese in den Schlicher Benden.

100 Jahre FC Borussia 03 Derichsweiler e.V., Düren 2003, S. 31

1914/1915

5. Die Schüler (1864-1928)
B. Ehemalige Schüler, die die Realschule mit dem Schlußzeugnis verlassen haben (seit Ostern 1914).
[…] Heimann Otto, Düren
[…] Lachs Hermann, Hochkirchen […]

Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 164

1914-1918

[Mögliche] Jüdische Gefallene aus der Stadt Düren

Meyer, Gustav, Port.-Fähnrich 19. 9. 1914
Bender, Karl  20.12. 1914
Isacson, Siegfried, Kaufmann 4. 5. 1915
Schweitzer, Norbert, Kaufmann 29. 5. 1915
Schweitzer, Salomon, Kaufmann 25. 9. 1915
Daniels, Fritz, stud. phil. 11.10. 1915
Cohnen, Viktor Friedrich Wilh., Fabrikarbeiter  14. 1. 1916
Herrmann, Oskar, Konditorgeh. 31. 7. 1916
Mayer, Leopold Leser, Gesch.-Geh.  7. 9. 1916
Leiser, Richard 14. 9. 1916
Heumann, Salomon, Schlosser  1. 4. 1917
Meyer, Franz Ant. Nik., Friseur 16. 5. 1917
Berg, Matth. Jos. Maria, Kaufmann 31. 7. 1917
Mayer, Johann, Seiler 29. 5. 1918
Schwarz, Josef, Kraftwagenführ. 28. 6. 1918
Berg, Benno, Kaufmann  3. 8. 1918
Meyer, Joh. Karl, Handl.-Geh.  6.10. 1918

[Auf einer in der Synagoge angebrachten Gedenktafel:]

Zum heiligen Gedächtnisse der im Weltkriege 1914-18 gefallenen Söhne aus unserer Gemeinde:
Siegfried Isacson, Emanuel Keusch, Norbert Schweitzer, Sally Schweitzer, Leopold Mayer, Richard Leiser, Salomon Heumann, Josef Marcus, Benno Berg, Alfred Bernhold
Ach! Wie sind gefallen die Helden inmitten des Streites

Abb. der Tafel in: Pracht, Elfi, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil I: Regierungsbezirk Köln, Köln 1997, S. 135

Laut Gedenktafel an der Synagoge gab es insgesamt 10 „Heldensöhne“ aus der hiesigen Synagogengemeinde.

Verwaltungsbericht der Stadt Düren 1921-1925, Düren 1926; Müller, Regina

Von 200 ins Feld gezogenen Mitgliedern starben den Heldentod fürs Vaterland folgende 59 treue Mitglieder des SC Germania 1899:
[…] Berg Benno […]
Mayer Leopold

50 Jahre Sportgemeinschaft Düren 99, Düren 1949 [Unv. Nachdr. 2000], S. 44

Ehrentafel.
Im Weltkrieg 1914-1918 ließen im Kampfe für die Heimat ihr Leben: […]
Die ehemaligen Schüler: […]
7. Benno Berg
23. Anton Daniels
24. Peter Daniels
62. Leopold Mayer
72. Fritz Roer
73. Siegfried Roer

Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, nach S. 139

1914-1918. Gefallene und vermißte Kameraden. Turn- und Spielclub Kreuzau
[…]
Roer Siegfried
[…]

Festschrift zur 50 Jahr-Feier des Kreuzauer Sportclub 05, Kreuzau 1955, o.Pag.

1915

05.01.1915

"Für die Dauer meiner Einberufung beim Pferdedepot Aachen vertritt mich
Herr Tierarzt Kurth.
Tierarzt Schnitzler
Schenkelstr. 24  Fernsprecher 1770.

DZ 05.01.1915

05.01.1915

"Bekanntmachung. Die unter dem Rindviehbestande des Viehhändlers Jakob Keusch, Gutenbergstraße 16 hierselbst wohnhaft, ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen.
Auf Anordnung des Herrn Landrats hierselbst wird hiermit die unter dem 26. November 1914 über das Seuchengehöft Gutenbergstraße 16 und die Einfahrt vor der Wirtschaft Derichs-Hambochshäuser verhängte Sperre vom 2. Januar cr. ab aufgehoben.
Düren, den 5. Januar 1915.
Der Oberbürgermeister:
I.V.: Dietzler."

DVZ 07.01.1915

11.01.1915

Aus Feldpostbriefen
Der wahre Feind in Rußland
Aus Theophilo in Rußland, 11. Jan. 1915
Die Landstürmer des Landsturm-Bataillons Trier, viele aus dem Kreise Düren, schildern ihre Erlebnisse wie folgt: […]
Die besten Grüße an die Heimat senden folgende Kameraden: [folgen etliche Namen aus Orten des Kreises Düren, u.a. Salomon Sommer, Vettweiß]

DZ 06.02.1915

21.01.1915

Kriegsgeschenkesammlung
An weiteren Spenden gingen ein von:
Herrn Eduard Ullmann (Einquartierungsverg.) 18,- M
[…]
Hrn. Ad. Knopfmacher (Einquartierungsvergüt.) 39,- M
[…]
Der Oberbürgermeister: Klotz

DZ 21.01.1915

21.01.1915

Bekanntmachung
Unter den Viehbeständen des Metzgermeisters Leopold Cohen aus Birkesdorf ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden.
Ueber das verseuchte Gehöft wird hiermit die Sperre verhängt.
Düren, den 21. Januar 1915.
Der Königliche Landrat
I. V.: Dr. Fürll

DZ 23.01.1915

Montag, 01.02.1915

Aus Stadt und Kreis
Das Eiserne Kreuz erhielten: […]
Julius Meyer in Firma Gebr. Herzheim G. m. b. H., Düren, erst kürzlich zum Leutnant befördert.

DZ 01.02.1915

04.02.1915

"Bekanntmachung.
über die Regelung des Verkehrs mit den beschlagnahmten Hafer- und Brotgetreide-Vorräten.
A. Hafer
Von der Beschlagnahme ist freigelassen: […]
B. Brotgetreide
Wegen der Freilassung von der Beschlagnahme wird auf die bereits veröffentlichte Bundesratsverordnung vom 25. Januar verwiesen.
Die beschlagnahmten Vorräte sind der Kriegsgetreide-Gesellschaft m. b. H. in Berlin zu überlassen.
Als Kommissionäre der Kriegsgetreidegesellschaft sind für den Kreis Düren bestellt:
a) die Buirer Bezugs- und Absatz-Genossenschaft, e. G. m. b. H. zu Buir, Bezirk Köln,
b) die Firma Ullmann jun., Fruchthandlung zu Düren
Die Kommissionäre vermitteln den Ankauf der Vorräte entweder selbst oder bedienen sich dabei der nachbenannten Händlerfirmen:
1. Jos. Berlin, Vettweiß
2. […]
3. Markus Berlin, Düren
4. Josef Pollack, Vettweiß
5. […]
6. Moses Pollack, Drove
7. - 19. […]
Düren, den 4. Februar 1915.
Der Königliche Landrat
Kesselkaul

DZ 08.02.1915

05.02.1915

"Bekanntmachung.
Unter den Viehbeständen des […] und des Metzgermeisters Simon Fromm in Birkesdorf ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden.
Ueber die verseuchten Gehöfte wird hiermit die Sperre verhängt.
Düren, den 5. Februar 1915.
Der Königliche Landrat
I. V.: Dr. Fürll."

DZ 08.02.1915

10.02.1915

"Zur Firma: Pappenfabrik Vettweiß G.m.b.H., Vettweiß ist am 10. Februar 1915 eingetragen worden: 'Dem Kaufmann Moritz Markus in Werne ist Prokura erteilt'."
Königl. Amtsgericht Düren

DVZ 12.02.1915

13.02.1915

"Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestande des Metzgers Simon Fromm in Birkesdorf erloschen und die vorgeschriebene Desinfektion ordnungsgemäß ausgeführt worden ist, werden die aus Anlaß der Seuche angeordneten Sperr- und Schutzmaßregeln hiermit aufgehoben.
Düren, den 13. Februar 1915.
Der Königliche Landrat
I. V.: Dr. Fürll."

DZ 16.02., DVZ 17.02.1915

19.02.1915

"Bekanntmachung.
Unter dem Viehbestande des Viehhändlers Norbert Kratz zu Nideggen ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.
Nideggen, den 19. Februar 1915.
Der Bürgermeister.
Hoever."

DVZ 20.02.1915

24.02.1915

Versteigerung zu Hoven
bei Birkesdorf.
Mittwoch, den 24. Febr. d. J., mittags 1 Uhr, werde ich an der Wohnung des Herrn Gustav Keusch zu Hoven, öffentlich freiwillig auf Kredit gegen gute Bürgschaft versteigern:
3 Milchkühe, 2 Zuchtstiere, (Ostfriesl.), 4 Faselschweine, 20 Stück Geflügel, 2 Viehtransportwagen, 1 Schlagkarre mit Erntevorrichtung, 1 Jauchefaß, 1 Knochenschrotmühle, Metzgereigeräte, Pferdegeschirre, Butterfaß, Fleischkörbe, Weinpresse usw. ein großer Posten Brandholz
sodann Hausmobilien aller Art, als:
Sofa, Tische, Stühle, Bänke, Betten, Oefen, Uhren usw.
Steigpreise bis 5 Mark einschl. sind sofort zahlbar. – Besichtigung 2 Stunden vorher.
Düren, Telefon 910,
Hubert Kürten
Kölnstraße 68
Geschäftsmann u. Auktionator

DZ 20.02.1915

03.03.1915

Beehre mich hiermit, meiner werten Kundschaft bekannt zu geben, daß ich durch meine Einberufung zum Militär
mein Geschäft vorläufig eingestellt
habe und bitte ich, alle Forderungen, sowie Zahlungen an meine jetzige Adresse zu richten.
Hochachtungsvoll
Wehrmann
Gustav Keusch
aus Hoven bei Düren.
Z. Zt. Festungs-Schlächterei Metz.

DZ 03.03.1915

06.03.1915

"Bekanntmachung. Unter dem Pferdebestand des Metzgermeisters Joseph Meyer in Merken ist die Räude ausgebrochen. Birkesdorf, den 8. März 1915. Die Ortspolizeibehörde. Der Bürgermeister."

DVZ 06.03.1915

10.03.1915

"Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestande des Metzgers Jonas Salm in Mariaweiler erloschen und die vorgeschriebene Desinfektion ordnungsgemäß ausgeführt worden ist, werden die aus Anlaß der Seuche verhängten Sperr- und Schutzmaßregeln hiermit aufgehoben.
Düren, den 10. März 1915
Der Königliche Landrat"

DVZ 12.03.1915

31.03.1915

[Aus dem Jahresbericht des Städt. Lyzeums für 1914/15:]
Die Zahl der Schülerinnen betrug 210, davon 118 evangelisch, 70 katholisch, 22 jüdisch.

DZ 31.03.1915

31.03.1915

"Im hiesigen Handelsregister ist am 31. März 1915 die Firma Gerson u. Co., Düren eingetragen. Offene Handelsgesellschaft seit 1. März 05. Gesellschafter: Max Heymann, Kaufmann, Solingen, Julius Gerson, Kaufmann, Düren. Zur Vertretung der Gesellschaft ist nur der Gesellschafter Gerson ermächtigt. Der Ehefrau Gerson, Frieda geb. Marx in Düren ist Prokura erteilt. Geschäftszweig: Herren- und Knabenbekleidung.
Kgl. Amtsgericht Düren"

DVZ 06.04.1915

01.04.1915

Hermann Heumann, Gürzenich 83, meldet eine Metzgerei zum Gewerbe an. "Personenwechsel. Hat das Geschäft von dem bisherigen Inhaber Peter Lürken aus Gürzenich gekauft. Letzterer war für 1914 in Klasse IV zu 16 Mk Gewerbesteuer veranlagt."
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] No 12 [=17.04.1894]

KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936

02.04.1915

Das Eiserne Kreuz erhielt:
Kanonier Fromm aus Birkesdorf, im Garde-Feld-Artillerie-Regiment.

DZ 02.04.1915

09.04.1915

"Unter dem auf dem Wiesengütchen in Hoven befindlichen Viehbestande des Viehhändlers Jakob Keusch in Düren ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden.
Ueber die Ortschaft Hoven wird hiermit die Sperre verhängt.
Düren, den 9. April 1915.
Der Königliche Landrat"

DVZ 13.04.1915

12.04.1915

"Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestande des Leopold Keusch in Merken erloschen und die vorgeschriebene Desinfektion ordnungsgemäß ausgeführt worden ist, werden die aus Anlaß der Seuche verhängten Sperr- und Schutzmaßregeln hiermit aufgehoben.
Düren, den 12. April 1915.
Der Königliche Landrat"

DVZ 14.04.1915

15.04.1915

"Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestande auf dem Wiesengütchen in Hoven erloschen und die vorgeschriebene Desinfektion ordnungsgemäß ausgeführt worden ist, werden die aus Anlaß der Seuche verhängten Sperr- und Schutzmaßregeln hiermit aufgehoben.
Düren, den 15. April 1915.
Der Königliche Landrat"

DVZ 17.04.1915

15.04.1915

"Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter den Viehbeständen des […], Norbert Kratz […] in Nideggen erloschen und die vorgeschriebenen Desinfektionen ordnungsgemäß ausgeführt worden sind, werden die aus Anlaß der Seuche verhängten Sperr- und Schutzmaßregeln hiermit aufgehoben.
Düren, den 15. April 1915.
Der Königliche Landrat"

DVZ 17.04.1915

15.04.1915

"Militärisches. Der Tierarzt Dr. Fromm von hier wurde zum Veterinär befördert.”

DZ 15.04.1915

16.04.1915

Abraham Kamp, Gürzenich 125, meldet [durchgestrichen: Kolonialwarengeschäft und] Viehhandel zum Gewerbe an. "Personenwechsel. Hat das Kolonialwarengeschäft von dem bisherigen Inhaber Michael Wirtz aus Gürzenich gekauft. Letzterer war für 1914 in Klasse IV zu 8 Mk Gewerbeseuer veranlagt. Die Veranlagung des p. Kamp zu 24,- M Gewerbesteuer für 19[?]5 ist [Textverlust]"
[Ergänzende Eintragungen:] [Ursprünglicher Eintrag: "427 Heidbüchel Rölsdorf 33" ist waagerecht durchgestrichen]
Metzgerei ab 22./9.1931
Kolonialwarengeschäft wurde am 1.4.36 von der Ehefrau übernommen.
Eingestellt am 19.4.1936 und an Peter[?] Hochgürtel übertragen, welcher sein bisheriges Geschäft von Haus No 385[?] (Dammers) nach Haus No 125 verlegt hat.
Viehhandel eingestellt am 15.7.1938

KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936

17.04.1915

"Städtisches Lyzeum. Neu aufgenommen wurden 51 Schülerinnen. Die Gesamtzahl beträgt 263. Davon sind evangelisch 136, katholisch 89, israelitisch 38."

DVZ 17.04.1915

17.04.1915

Köln, 17. April. Ende September 1912 traten in Köln eine ganze Reihe von Fleischvergiftungen auf, die einen geradezu epidemischen Charakter annahmen. Die Nachforschungen nach der Ursache der Erkrankungen ergaben, daß der Fleischer W. in seinen Geschäften gesundheitsschädliches Hackfleisch verkauft hatte. Und die weitere Untersuchung führte auf die Händler Jakob K. und S. aus Mariaweiler u. Hoven, die an W. Schlachtvieh geliefert hatten, welches krank war und dessen Fleisch daher geeignet war, nach dem Genusse die menschliche Gesundheit zu schädigen. K. und S. sind deshalb vom Landgericht Köln am 8. Juli v. Js. wegen Vergehens gegen § 12,1, Ziffer 1 zu je ein Jahr Gefängnis und drei Jahren Ehrenrechtsverlust verurteilt worden, indem das Gericht als erwiesen ansah, daß die Angeklagten den krankhaften Zustand der Tiere und die Gesundheitsschädlichkeit des Fleisches erkannt und trotzdem verwendet haben. Gegen das Urteil hatte nur der Angeklagte K. Revision eingelegt, in der er geltend machte, die Feststellungen reichten nicht aus, um seine Verurteilung zu rechtfertigen. Denn er habe den verdorbenen und gesundheitsschädlichen Zustand des Fleisches nicht gekannt. Zum Beweis dafür habe er sich auf einen Tierarzt berufen, dessen Vernehmung zu Unrecht abgelehnt worden sei. Auch sei zu Unrecht unberücksichtigt geblieben, daß er bereits 1911 aus dem Geschäfte ausgeschieden gewesen sei. Das Reichsgericht verwarf indessen heute die Revision als unbegründet.

DZ 20.04.1915

20.04.1915

Bekanntmachung.
Die unterzeichneten Getreidehändler machen hiermit bekannt, daß die in den letzten Tagen auf dem Lande verbreitete Ansicht, die Landwirte dürften ihren überschießenden Hafer nur an die Fa. Ullmann jr. zur Ablieferung bringen, eine irrige ist.
Wie uns von maßgebender Stelle bestätigt wird, sind sämtliche Getreidehändler des Kreises nach wie vor zum Ankauf von Hafer für die Heeresverwaltung berechtigt und verweisen wir deshalb auf die Bekanntmachung des Kgl. Landratsamtes vom 9. Januar 1915.
A. J. Bauchmüller, Markus Berlin, Jos. Kall

DZ 20.04.1915

28.05.1915

Bekanntmachung.
Unter dem Viehbestande des Viehhändlers Jonas Schönfeld in Embken ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. Ueber die abseits der Landstraße Embken-Füssenich gelegene, von den nächsten Häusern etwa 800 Meter entfernte Weide, auf der die kranken Tiere sich befinden, und das angrenzende Gelände in der Ausdehnung von 500 Meter nach jeder Richtung hin wird hiermit die Sperre verhängt.
Düren, den 28. Mai 1915.
Der Königliche Landrat
I. V.: Dr. Fürll.

DZ 29.05.1915

26.06.1915

Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.
Unter dem auf den Wiesen in der Nähe des Gutes Weyern sich befindenden Rindvieh der Viehhändler Gebr. Ullmann von hier ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtstierärztlich festgestellt worden.
Zum Schutze gegen die Weiterverbreitung der Maul- und Klauenseuche wird […] folgendes bestimmt:
[folgen 9 Absätze]
Düren, den 26. Juni 1915.
Die Polizeiverwaltung.
Der Oberbürgermeister.
I. V.: Faensen.

DZ 28.06.1915
[Inhaltsgleiche Bekanntmachung am 01.07. durch Landrat]

01.07.1915

Besseres Mädchen
die[!] in besserer Hausarbeit erfahren ist und etwas nähen kann, für halbe Tage gesucht.
Frau Knopfmacher
Kreuzstraße 53

DZ 01.07.1915

06.07.1915

Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.
Unter dem Rindviehbestande in den Stallungen der Viehhändler Gebr. Ullmann, Kölnstraße 76, hierselbst ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtstierärztlich festgestellt worden.
Zum Schutze gegen die Weiterverbreitung der Maul- und Klauenseuche wird […] folgendes bestimmt:
[folgen 2 Absätze]
Düren, den 6. Juli 1915.
Der Oberbürgermeister.
I. V.: Faensen.

DZ 07.07.1915
[Inhaltsgleiche Bekanntmachung am 07.07. durch Landrat]

07.07.1915

Durchaus tüchtiges
Mädchen
selbständ. im Kochen und Einmachen mit gut. Zeugnissen gesucht. Angenehm. dauernde Stellung,
J. Loewenthal
Düren, Wirtelstr. 30/32

DZ 07.07.1915

13.07.1915

Im Hinblick auf die in Düren und Umgebung über meine Person umlaufenden Gerüchte, nehme ich Veranlassung, zu erklären, daß diese jeglicher Grundlage entbehren. Ich werde auf das Nachdrücklichste gegen jeden vorgehen, der in böswilliger oder fahrlässiger Weise ehrenrührige Behauptungen über meine Person aufstellt oder weiter erzählt.
Ich sichere Demjenigen, der mir Personen, die sich bereits über mich auf unwahrer beleidigender Art geäußert haben, so namhaft macht, daß ich dieselben gerichtlich belangen kann, eine Belohnung von 10 M zu.
Julius Gerson.

DZ 13.07.1915

14.07.1915

Bekanntmachung.
Unter den Viehbeständen der Ackerer […] sowie bei den auf einer zwischen Lendersdorf und Haus Boisdorf gelegenen Weide befindlichen Kühen des Viehhändlers Isaack Fromm in Düren, Wirtelstraße, ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. Ueber […] sämtliche zwischen dem Kommunalwege Krauthausen-Lendersdorf und Boisdorf auf dem linken Rurufer gelegenen Weiden wird hiermit die Sperre verhängt.
Düren, den 14. Juli 1915.
Der Königliche Landrat.
Kesselkaul

DZ 15.07.1915

30.07.1915

Bekanntmachung.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestande der Gebr. Ullmann in Düren, Kölnstraße, erloschen und die vorgeschriebene Desinfektion ordnungsmäßig ausgeführt worden ist, werden die aus Anlaß der Seuche verhängten Sperr- und Schutzmaßregeln hiermit vom 8. August cr. ab aufgehoben.
Düren, den 30. Juli 1915.
Der Königliche Landrat.
Kesselkaul

DZ 04.08.1915

11.08.1915

Bekanntmachung.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter den Rindviehbeständen der Viehhändler Gebrüder Ullmann auf den Weiden in der Nähe des Hofgutes Weyern […] erloschen und die vorgeschriebene Desinfektion der Stallungen pp. ordnungsmäßig ausgeführt worden ist, […].
Düren, den 11. August 1915.
Der Oberbürgermeister.
I. V.: Kern.

DZ 12.08.1915

19.08.1915

Bekanntmachung.
Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide.
Für den vorläufigen Aufkauf von Brotgetreide aus der neuen Ernte hat der Kreis Düren zu seinen Kommissionären bestellt:
a) die Buirer Bezugs- und Absatzgenossenschaft, e. G. m. b. H. zu Buir, Bezirk Köln,
b) die Firma Ullmann junior, Getreidehandlung zu Düren.
Die Kommissionäre werden die enteignungsfähigen Mengen an Roggen und Weizen gegen Zahlung des gesetzlichen Höchstpreises von den Besitzern übernehmen. […] Jede weitere Abgabe von Brotgetreide an Dritte, insbesondere auch an Händler, welche eine Bescheinigung nicht besitzen, ist verboten und wird streng bestraft. Durch diese Anordnung ist der Verkehr mit Brotgetreide vorläufig geregelt, während die endgültige Regelung noch vorbehalten bleiben muß.
Düren, den 19. August 1915.
Der Königliche Landrat.
Kesselkaul.

DZ 21.08.1915

31.08.1915

Bekanntmachung.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestande des Viehhändlers Fromm auf der Wiese bei Lendersdorf erloschen und die vorgeschriebene Desinfektion ordnungsmäßig ausgeführt worden ist, werden die aus Anlaß der Seuche verhängten Sperr- und Schutzmaßregeln hiermit aufgehoben.
Düren, den 31. August 1915.
Der Königliche Landrat.
Kesselkaul.

DZ 01.09.1915

06.09.1915

Meine Praxis wird wieder im vollen Umfange ausgeübt.
Tierarzt Schnitzler
Schenkelstr. 24 Fernruf 1770.

DZ 06.09.1915

Dienstag, 14.09.1915

Bekanntmachung
Unterverteilung von zuckerhaltigen- und Kraftfuttermitteln sowie von Kleie für das Erntejahr 1915/16.
[…]
Bezirk II
Firma Ullmann jr., Düren, Kreuzstraße
Arnoldsweiler, Birgel, Birkesdorf, Merken, Drove, Düren, Echtz, Lamersdorf, Pier, Langerwehe, Weisweiler, Nideggen, Niederzier, Nothberg, Stockheim, Straß.
[…]
Düren, den 14. September 1915.

DZ 16.09.1915

Mittwoch, 15.09.1915

Kriegsgeschenkesammlung
An weiteren Spenden für die zweite Kriegsgeschenkesammlung gingen ein von:
[…]
Mitglieder der Synagogengemeinde zur Ablösung von Neujahrswünschen&nbps; 270,- Mk.
[…]

DZ 15.09.1915

Donnerstag, 16.09.1915

Hoher Feiertage halber
bleibt unser Geschäft von Freitag nachmittag 6 Uhr bis Samstag nachmittag 6 Uhr
geschlossen.
Moritz Capell
Metzgerei
Neujülicherstrasse 7

DZ 16.09.1915

Donnerstag, 16.09.1915

Hohen Feiertags wegen
ist mein Geschäft am Samstag, den 8.[!, =18.]
geschlossen.
David Mayer, Düren

DZ 16.09.1915

Dienstag, 28.09.1915

Als langjähriger Praktiker habe ich die Vertretung meines Collegen Herrn Schnitzler übernommen.
Wenstrup, Tierarzt
Fernruf 1770   Schenkelstr. 24

DZ 28.09.1915

Sonntag, 24.10.1915

Aus Stadt und Kreis.
Gartenbauverein. […] Die von der Prämiierungskommission für Balkon- und Fensterschmuck prämiierten Mitglieder wurden wie folgt bekannt gegeben: […] Moritz Mayer, Weierstr., […] Leo Liffmann, Moltkestr.

DZ 27.10.1915

Montag, 08.11.1915

Bekanntmachung
Nachdem die Maul- und Klauenseuche bei den Tieren der Metzgermeister Moritz Capell in Düren und Leopold Keusch in Merken, die sich auf den Weiden an der Provinzialstraße Düren-Jülich bei Kilometerstein 4, 3 befinden, erloschen und die vorgeschriebene Desinfektion ordnungsmäßig durchgeführt worden ist, werden die aus Anlaß der Seuche verhängten Sperr- und Schutzmaßregeln mit Ablauf des 15. November 1915 aufgehoben.
Düren, den 8. November 1915.
Der Königliche Landrat.
Kesselkaul.

DZ 11.11.1915

1915/1916

5. Die Schüler (1864-1928)
B. Ehemalige Schüler, die die Realschule mit dem Schlußzeugnis verlassen haben (seit Ostern 1914).
[…] Liffmann Otto, Düren
[…] Marx Jakob, Düren [???][…]

Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 164

1916

07.01.1916

Aus Stadt und Kreis
Langerwehe, 8. Jan. Gestern Abend ist der Landsturmmann Nathan von hier auf der Bahnstrecke nach Nothberg tödlich verunglückt. Er hatte das Gleis überschritten, nachdem ein Personenzug vorübergefahren war und wurde von einem auf dem andern Gleise heranfahrenden Güterzuge, den er bei dem Sturme nicht gehört hatte, erfaßt und so schwer verletzt, daß der Tod sofort eintrat.

DZ 10.01.1916

07.01.1916

Langerwehe, 8. Jan. Vom Zuge erfaßt und getötet wurde gestern, gegen Abend, in der Nähe von Hücheln, der Landsturmmann Nathan von hier. Nathan hatte eben einen Schnellzug vorbeifahren lassen und wollte hinter diesem den Bahnkörper überschreiten. Einen aus entgegengesetzter Richtung herannahenden Güterzug hatte er nicht bemerkt. So wurde er von diesem beim Betreten des andern Gleises erfaßt und so schwer verletzt, daß der Tod die unmittelbare Folge war. Der Verunglückte war der Teilhaber der hiesigen Tuchfirma Wertheim & Nathan. Er war ein allgemein geachteter Mann, der sich namentlich um die nationale Jugendorganisation in Langerwehe verdient gemacht hat.

DVZ 10.01.1916

28.01.1916

Futterzuckerbezug. Die Interessenten werden hiermit darauf aufmerksam gemacht, daß der Kreiskommunalverband Düren 7 Waggon Futterzucker erworben hat. Mit der Verteilung sind die Kommissionäre des Kreises Düren, Buirer Bezugs- und Absatzgenossenschaft zu Buir und die Firma Ullmann jr. Düren, beauftragt worden. Bestellungen sind daher an die vorgenannten Kommissionäre zu richten.

DZ 28.01.1916

15.02.1916

Birkesdorf, 21. Febr. Am 15. d. M. bestand der Metzgerlehrling Ernst Cohen, Sohn des Metzgermeisters Leop. Cohen zu Birkesdorf die Gesellenprüfung mit dem Prädikat ausgezeichnet.

DVZ 21.02.1916

24.02.1916

Nachruf.
Durch das Hinscheiden des Herrn
Jakob Lenz
hat die Synagogengemeinde einen tief schmerzlichen Verlust erlitten.
Seit vielen Jahren hat der Entschlafene unserm Vorstande angehört.
Unermüdlich hat er für das Wohl der Gemeinde gewirkt und seine reichen Erfahrungen in den Dienst derselben gestellt.
Wir werden das Andenken des Entschlafenen stets in Ehren halten.
Düren, den 24. Februar 1916.
Der Vorstand und die Repräsentanten der Synagogengemeinde.

DVZ 26.02.1916

06.03.1916

Bekanntmachung.
Unter dem Viehbestande des Viehhändlers Jakob Kamp in Embken ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtstierärztlich festgestellt worden.
Ueber die Schulstraße in Embken wird hiermit die Sperre verhängt.
Düren, den 6. März 1916
Der Königliche Landrat.
Kesselkaul.

DVZ 08.03.1916

18.03.1916

[Anzeige]
Israelitischer Frauenverein zu Düren.
Aus den hiesigen Tagesblättern ersehen wir, daß die einzelnen Vereine zur Werbetätigkeit für die IV. Kriegsanleihe aufgefordert sind. Wir laden daher unsere Mitglieder zu einer Besprechung über dieses vaterländische Werk für
Samstag, den 18. März, nachmittags 4 1/2 Uhr
im Sitzungszimmer der Gemeinde ergebenst ein.
Der Vorstand des israelit. Frauenvereins.
Frau S. Hartoch, Vorsitzende.

DVZ 17.03.1916

06.04.1916

[Anzeige]
Setze Deinen Speisen
Oloskraft
zu und Du wirst ohne Fleisch satt.
Oloskraft besitzt ca. 50 Prozent Eiweiß.
Von morgen ab wird eine Gratis-Kostprobe bei
Bernhard Levy, Cölnstrasse 28
verabreicht.

DZ 05.04.1916

08.04.1916

Embken, 8. April. Der Tambour Hugo Kahn von hier, im Res.-Inf.-Regt. 239, erhielt das Eiserne Kreuz. Es ist dies schon der zweite Sohn des Viehhändlers Meyer Kahn, der diese Auszeichnung erhielt.

DZ 08.04.1916

14.04.1916

Die Viehhändler des Kreises Düren
werden hierdurch zu einer
Versammlung
gemeinschaftlich mit den Viehhändlern des Kreises Euskirchen in Zülpich, Gasthof Pannebecker (früher Junkersdorf) auf Freitag, den 14. April, nachmittags 3 Uhr dringend eingeladen.
Es ersuchen um vollzähliges Erscheinen
Die Vertrauensleute des Rhein. Viehhandelsverbandes
M. Franken, Cöln   Alb. Ullmann, Düren

DZ 11.04.1916

17.04.1916

Bekanntmachung
Der Rheinische Viehhandelsverband hat für den Kreis Düren als Vertrauensleute bestellt:
a) […]
b) für Kleinvieh Herrn Albert Ullmann, Düren, Geschäftslokal Kölnstr. 76, Telephon 263.
Düren, den 17. April 1916.
Kesselkaul
Königlicher Landrat.

DZ 19.04.1916

26.04.1916

Bekanntmachung.
Unter dem Pferdebestande des Metzgermeisters Leopold Keusch zu Merken ist die Räude ausgebrochen.
Birkesdorf, den 26. April 1916
Der Bürgermeister
I. V.: Emmel.

DVZ 28.04.1916

06.05.1916

Verordnung.
1. Das Schächten wird bei Schlachtungen, die in öffentlichen Schlachthäusern stattfinden, verboten.
2. In denjenigen Orten, wo bisher das Schächten angewandt worden ist, kann im Interesse der jüdischen Bevölkerung eine ihrer Kopfzahl im Verhältnis zur Gesamtzivilbevölkerung entsprechende Zahl von Schlachttieren zum Schächten freigegeben werden. Das Nähere haben die Regierungs-Präsidenten festzusetzen.
3. Die Verordnung tritt sofort in Kraft.
4. Zuwiderhandlungen werden auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 (§ 9) bestraft.
Coblenz, den 6. Mai 1916.
Stellv. Generalkommando VIII A. K.
Der Kommandierende General
von Ploetz,
Abtlg. V. W. Nr. 1376   General der Infanterie
Vorstehende Verordnung wird auf den Festungsbereich ausgedehnt.
Cöln, den 11. Mai 1916
von Zastrow
Generalleutnant und Gouverneur.

DVZ 23.05.1916

07./08.06.1916

[Anzeige]
Feiertage halber
bleibt unser Geschäft
Mittwoch und Donnerstag geschlossen.
Geschwister Kaufmann
Langewehe

DZ 03.06.1916

25.06.1916

Aus Stadt und Kreis.
Lüxheim, 25. Juni. Auf dem hiesigen Friedhof der Synagogengemeinde wurden, wie schon wiederholt, auch vor drei Wochen mehrere Grabsteine umgestürzt. Nunmehr hat der Oberwachtmeister von Düren die Friedhofschänder in der Person dreier halbwüchsiger Burschen aus Hochkirchen ermittelt. Sie sehen ihrer Bestrafung entgegen.

DZ 26.06.1916

30.06.1916

Bekanntmachung
Auf Grund der §§ 23 und 25 des Statuts für die Synagogengemeinde Düren wird zur Vornahme der Wahlen der Repräsentanten der Synagogengemeinde und der Stellvertreter Termin anberaumt auf den 8. August 1916, vormittags 11 Uhr im Kreishause, hierselbst, Bismarckstraße, Zimmer 19.
Von heute ab bis zum 3. August einschl. wird die Liste der Wahlberechtigten auf dem hiesigen Landratsamte offen liegen. Etwaige Reklamationen sind vor Ablauf dieser Frist anzubringen. Nach § 22b des Statuts der Synagogengemeinde gehören zu den Wahlberechtigten alle männlichen Israeliten, welche volljährig und unbescholten sind, sich selbständig ernähren und mit der Entrichtung der Abgaben für die israelitische Gemeinde während der letzten drei Jahre nicht im Rückstand geblieben sind.
Düren, den 30. Juni 1916.
Der Königliche Landrat
Kesselkaul

DVZ 05.07.1916

14.07.1916

[Anzeige[
Bekanntmachung für das kaufende Publikum.
Das Reichsamt des Innern hat durch seine Zweigabteilung, die Reichsbekleidungsstelle, eine Verfügung dahingehend erlassen, dass nach dem 1. August 1916 zur Sicherstellung der Vorräte bestimmte Warengattungen nur gegen einen von berufenen Organen ausgestellten Bezugsschein abgegeben werden dürfen.
Damit ab 1. August der voraussichtliche Andrang zu den Ausgabestellen der Bezugsscheine vermieden wird, erlauben wir uns höfl. das verehrliche Publikum darauf aufmerksam zu machen, dass es uns bis zum 1. August d. J. gestattet ist, sämtliche Waren, welche nach aufgenommener Inventur 20% unserer Warenläger ausmachen, ohne Bezugsschein abzugeben. Wir empfehlen daher, den Verkauf in fertiger Herren-, Knaben- und Berufskleidung bis dahin vorzunehmen.
Verband für Herren- und Knabenkleidung E. V. (Reichsverband), Sitz Düsseldorf.
Der hiesigen Bezirksgruppe ist folgende Firma angeschlossen:
Gerson & Co.
Weierstr. 56  Düren  Weierstr. 56

DZ 14.07.1916

21.08.1916

Aus Stadt und Land
Einführung der Kundenliste. […] Auf Veranlassung des Vorstandes der hiesigen Synagogengemeinde werden die jüdischen Einwohner Dürens noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß der Metzger Bernhard Levy in der Kölnstraße den Vertrieb des koscheren Fleisches erhalten soll. Wer also Wert darauf legt, solches zu erhalten, tut gut, sich bei dem Metzger Levy zur Kundenliste anzumelden.

DVZ 21.08.1916

22.08.1916

Aus Stadt und Land
Verkauf von koscherm Fleisch.In Berichtigung der gestern abgedruckten Mitteilung werden die jüdischen Einwohner benachrichtigt, daß koscheres Fleisch außer von dem Metzger Levy auch von den Metzgern Cahn und Philipp Gordon in der Altejülicherstraße und Heymann in der Bonnerstraße verkauft werden soll. Die rituell lebenden Juden können sich also auch bei diesen Metzgern in die Kundenliste eintragen lassen.

DVZ 22.08.1916

30.08.1916

Ich suche gegen hohen Lohn ein tüchtiges
Dienstmädchen
welches Liebe zu Kindern hat. Eintritt sofort.
Frau Wwe. J. Nathan
Langerwehe.

DZ 30.08.1916

08.09.1916

Aus Stadt und Land
Die Kreisverwaltung Düren wird heute Freitag, nachmittag von 3-6 Uhr und künftigen Montag von 9-12 Uhr Geflügelfutter (rumänische Gerste) auf dem Kreislager, Firma Ullmann jr., Düren, Kreuzstraße, zum Preise von 25 Pfg. pro Pfund verkaufen lassen.

DVZ 08.09.1916

08.09.1916

Bekanntmachung
Es wird darauf hingewiesen, daß gemäß der Bundesratsverordnung vom 28.6.1915 jeder, der
Wicken, Peluschken, Gemenge von Hülsenfrüchten ohne Getreide, Gemenge von Gerste mit Hülsenfrüchten, Gemenge von Brotgetreide mit Hülsenfrüchten, Lupinen und Ackerbohnen
besitzt, die den Bedarf seines eigenen Betriebes übersteigenden Mengen
der Bezugsvereinigung der deutsche Landwirte Abteilung Kraftfuttermittel, Berlin W 35, Genthinerstraße 34,
anzumelden hat und nur durch diese absetzen darf.
[…]
Der Ankauf im Kreise Düren erfolgt durch […] die Firma Ullmann jr. zu Düren, Kreuzstraße.
Düren, den 7. September 1916.
Der Königliche Landrat.
Kesselkaul

DVZ 08.09.1916

11.09.1916

Statt jeder besonderen Anzeige
Gestern erhielten wir die schmerzliche Nachricht, dass unser lieber, guter Sohn und Bruder
Gefreiter
Leopold Mayer
bei einer Fuss-Artillerie-Batterie
in den Kämpfen an der Somme im Alter von 31 Jahren gefallen ist.
In tiefer Trauer:
Familie David Mayer.
Düren, Arosa (Schweiz), westl. Kriegsschauplatz, den 11. September 1916
Wir bitten von Beileidsbesuchen abzusehen.

DVZ 12.09.1916

23.09.1916

Müddersheim, 23. Sept. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt der Sohn unseres Dorfes Hermann Schwarz, Kanonier in einem Res.-Regiment im Westen.

DZ 26.09.1916

25.09.1916

Wegen hoher Feiertage ist mein Geschäft am Donnerstag und Freitag geschlossen.
David Mayer.

DZ 25.09.1916

25.09.1916

Der hohen Feiertage halber bleibt mein Geschäft Donnerstag, den 28. und Freitag, den 29. September sowie Samstag, den 7. Oktober, geschlossen.
M. Pollack, Drove.

DZ 25.09.1916

26.09.1916

Israelitische Volksschule
Wiederbeginn des Unterrichts
Dienstag, den 26. cr 8 Uhr.
Der Ortsschulinspektor:
Bendix

DZ 25.09.1916

27.09.1916

Das Eiserne Kreuz erhielt: Musketier Lichtenstein aus Düren, im Alt. Inf.-Regt. 68, 5. Komp., z. Zt. verwundet.

DZ 27.09.1916

02.10.1916

Das Eiserne Kreuz erhielt: Herr Tierarzt Eduard Schnitzler von hier, Stabsveterinär in der Feldluftschiffer-Abteilung 37.

DZ 02.10.1916

04.10.1916

Großfeuer in Pier.
Pier, 4. Okt. Gestern abend gegen 9 1/2 Uhr entstand hier im Sortierraum der Lumpensortierfabrik von Gebrüder Heymann aus Köln Feuer, das, an den großen Vorräten reichliche Nahrung findend, sich in kurzer Zeit über die weitläufigen Fabrikanlagen verbreitete. Die Feuerspritzen von hier und Lucherberg waren rasch zur Stelle, waren aber gegen das verheerende Element ohnmächtig. Schreinermeister Schmitz ist es gelungen, den Schrank mit den Schriftstücken zu retten, alles übrige wurde vom Feuer verzehrt. Trotz vorschriftsmäßiger Brandgiebel und feuerfester Tore fiel ein Teil der Fabrik nach dem anderen den Flammen zum Opfer. Die Fabrik faßte 120 Doppelwaggon Lumpen. Der entstandene Schaden, der zum großen Teile durch Versicherung gedeckt ist, beträgt 1 1/2 Millionen Mk. 150 Arbeiterinnen und gegen 30 Arbeiter waren auf der Fabrik beschäftigt. Ueber die Entstehungsursache des Feuers kann nichts Bestimmtes gesagt werden, vermutlich ist Kurzschluß der Grund. Das schreckliche Schauspiel hatte Zuschauer aus stundenweiter Entfernung angelockt.

DZ 04.10.1916

07.10.1916

Hoher Feiertage wegen
bleiben die Geschäfte [Metzgereien]
der Unterzeichneten
Samstag, den 7. d. Mts. geschlossen.
Der Verkauf beginnt Freitag morgen von 9-2 Uhr mittags. Was bis dahin nicht abgeholt ist, wird Samstag Abend 7 1/2 Uhr verabfolgt.
E. Heimann, Bonnerstraße 12,
Markus Kahn, Jülicherstraße,
Philipp Gordon, Jülicherstraße.

DZ 04.10.1916

07.10.1916

Hohen Feiertags halber
findet der Fleischverkauf am Freitag von morgens 9-2 Uhr nachmittags, am Samstag abends von 7 1/2 Uhr statt.
Moritz Capell
Bernhard Levy
Joseph Gordon.

DZ 05.10.1916

07.10.1916

Hoher Feiertage wegen
bleiben die Geschäfte [Metzgereien]
der Unterzeichneten
Samstag, den 7. d. Mts. geschlossen.
Der Verkauf beginnt Freitag morgen von 9-2 Uhr mittags. Was bis dahin nicht abgeholt ist, wird Samstag Abend 7 1/2 Uhr verabfolgt.
E. Heimann, Bonnerstraße 12,
Markus Kahn, Jülicherstraße,
Philipp Gordon, Jülicherstraße.

DZ 05.10.1916

07.10.1916

Hohen Feiertags
wegen bleibt mein Geschäft am Samstag geschlossen.
David Mayer.

DZ 05.10.1916

02.11.1916

Die in der Synagogen-Gemeinde für die in den von den deutschen Truppen besetzten Teilen Russlands notleidenden Juden, deren Hunderttausende, durch die grausame Kriegsführung unserer Feinde von Haus und Hof vertrieben, nur das nackte Leben zu retten vermochten, veranstaltete Sammlung hat den ansehnlichen Betrag von 617,30 Mk. erbracht. Manche Träne mehr wird damit getrocknet werden können. Herzinnigster Dank allen Spendern.
Hilfsverein der Deutschen Juden
Sitz Berlin,
In Vertretung: Alexander Bendix.

DZ 02.11.1916

Montag, 13.11.1916

Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt:
San.-Unteroffizier Otto Dieterici, bei einer leichten Munitions-Kolonne, Inhaber der Firma Helene Zimmermann hier.

DZ 13.11.1916

Donnerstag, 16.11.1916

Lendersdorf-Krauthausen, 16. Nov. Bei den hier stattgehabten Gemeinderatswahlen wurden gewählt: In der 1. Klasse die Herren Gustav Renker und Heinrich Carell, in der 2. Klasse Sanitätsrat Dr. Abels und Moritz Herz, in der 3. Klasse Wilhelm Briem und August Brandenburg.

DZ 17.11.1916

Samstag, 16.12.1916

Gürzenich, 16. Dez. Landsturmmann A. Kamp, Res.-Inftr.-Regt. 258, erhielt das Eiserne Kreuz.

DZ 16.12.1916

Samstag, 16.12.1916

Detaillisten-Verein
zu Düren (e. V.)
Die unterzeichneten Geschäftsinhaber und Mitglieder unseres Vereins werden von heute ab bis zum 1. Januar 1917 auf alle Einkäufe, bei denen mit Goldgeld bezahlt wird, einen
Rabatt von 5 Prozent
gewähren.
[…]
Goldschmidt S., Wirtelstr. 37
Grünebaum Geschw., Wirtelstraße 37
Gerson u. Co., Weierstr. 56
[…]
Hartoch S., Wirtelstr. 34
[…]
Loewenthal Johanna, Wirtelstraße 12
[…]
Zimmermann Helene, Marktplatz 21.
Das eingehende Goldgeld wird sofort an die Reichsbank abgeführt werden.
Darum alles Gold dem Vaterlande!

DZ 16.12.1916

Freitag, 22.12.1916

Rölsdorf-Birgel, 21. Dez. Freitag, den 22. ds. M. Vormittags wird in der Metzgerei Roer in Rölsdorf für die Einwohner von Rölsdorf und Birgel minderwertiges Rindfleisch auf Nr. 34 der Lebensmittelkarte pro Person 1/4 Pfund verkauft.

DZ 21.12.1916

Freitag, 22.12.1916

Jülich, 20. Dez. Die Stadtverordneten-Wahlen finden am 22. Dez. im Gasthof Diederichs statt […]. Mit Ende dieses Jahres scheiden aus der Stadtverordnetenversammlung aus: […] 2.) von der 2. Abteilung die Herren […] und Dr. Otto Hertz, […].

DZ 21.12.1916

Freitag, 22.12.1916

Jülich, 23. Dez. Bei den Stadtratswahlen der 2. Klasse, die gestern nachmittag stattfanden, wurden die ausscheidenden Herren Stadtverordneten Heinrich Docter und Dr. Hertz einstimmig wiedergewählt. […]

DZ 27.12.1916

1916/1917

5. Die Schüler (1864-1928)
B. Ehemalige Schüler, die die Realschule mit dem Schlußzeugnis verlassen haben (seit Ostern 1914).
[…] Lachs Alfred, Düren […]

Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 164

1917

01.01.1917

Allen unseren nahen und fernen geehrten Kunden bringen wir hiermit ergebenst zur Kenntnis, daß wir unser Geschäft mit dem 1. Januar dieses Jahres unserem langjährigen Mitarbeiter Herrn L. Höxter übertragen haben, welcher dasselbe in der alten Weise und unter der alten Firma weiterführen wird.
Wir benutzen diese Gelegenheit gern, um für die uns durch die Jahrzehnte bewahrte treue Kundschaft und Zuneigung unseren von Herzen kommenden Dank auszusprechen und vereinigen uns mit unserem Nachfolger in der Bitte, ihm, der Ihnen ja schon längst kein Unbekannter mehr ist das gleiche Vertrauen wie uns entgegenbringen zu wollen. Es dauernd zu rechtfertigen wird sein unablässiges ernstes Besterben sein.
Geschwister Kaufmann
Langerwehe.

DVZ, 24.01.1917

Mittwoch, 17.01.1917

80000 Mark,
auch in kleineren Raten zum Ausleihen bereit.
Frau Capell, Pletzergasse 12

DVZ, 17.01.1917

Samstag, 20.01.1917

Kapitalien
in jeder Höhe unter günstigen Bedingungen zu beziehen durch H. Leven, Hohenzollernstr.

DVZ, 20.01.1917

Donnerstag, 25.01.1917

Meine Praxis wird von meinem Vertreter Herrn Tierarzt Reuther weitergeführt.
Tierarzt Schnitzler
Düren, Schenkelstrasse 24, Fernsprecher 1770.

DVZ, 25.01.1917

Mittwoch, 31.01.1917

Viehseuchenpolizeiliche Anordnung.
Unter dem Viehbestande der Viehhändler Gebr. Ullmann, Kölnstraße 76 hierselbst, ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche amtstierärztlich festgestellt worden.
[…]
Düren, den 31. Januar 1917.
Die Polizeiverwaltung.
Der Oberbürgermeister. I. V.: Kern.

DVZ, 02.02.1917

Freitag, 09.02.1917

Firma Gebrüder Schweitzer, Düren.
Die Mitinhaber Norbert und Sally Schweitzer sind infolge Todes aus der Gesellschaft ausgeschieden; das Handelsgeschäft wird unter der bisherigen Firma: Gebrüder Schweitzer von dem bisherigen Mitinhaber Otto Loew und der unverehelichten Rosa Schweitzer, die als persönlich haftende Gesellschafterin in die Firma eingetreten ist, unverändert fortgeführt. Eingetragen am 9. Februar 1917.
Königl. Amtsgericht Düren

DVZ, 16.02.1917

Montag, 12.02.1917

Gladbach, 12. Febr. Pionier Max Schwarz, im 3. Pionier-Batl. 16, Sohn des Viehhändlers Moses Schwarz, erhielt das Eiserne Kreuz.

DVZ, 13.02.1917

Samstag, 17.02.1917

Firma Geschw. Kaufmann, Langerwehe: Die Gesellschaft ist aufgelöst. Der Kaufmann Levi Höxter aus Langerwehe führt das Geschäft unter der bisherigen Firma unverändert fort.
Düren, 17. Februar 1917.
Kgl. Amtsgericht.

DVZ, 24.02.1917

März 1917

[Am 4.6.1879 fand die Wahl eines Kuratoriums für die geplante städtische höhere Töchterschule statt, welches … aus drei katholischen und drei evangelischen Mitgliedern bestand …] (Es sei hier bereits darauf hingewiesen, daß ab März 1917 ein jüdisches Mitglied hinzugewählt wird, damit das Kuratorium möglichst nach Konfessionen paritätisch zusammengesetzt ist.)

1880-1980. Städtisches Rurtalgymnasium Düren, Festschrift zum 100jährigen Bestehen, S. 24

Montag, 05.03.1917

Bekanntmachung.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter dem Viehbestande der Gebrüder Ullmann in Düren erloschen und die vorgeschriebene Desinfektion ordnungsmäßig ausgeführt worden ist, werden die aus Anlaß der Seuche verhängten Sperr- und Schutzmaßregeln hiermit aufgehoben.
Düren, den 5. März 1917.
Der Königliche Landrat.
Kesselkaul, Geh. Regierungsrat.

DVZ, 08.03.1917

Donnerstag, 08.03.1917

Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde verliehen: […] Gefr. Hugo Capell von hier im Landwehr-Infanterie-Regiment 65.

DVZ, 08.03.1917

Dienstag, 13.03.1917

Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung
[…]
4. Aenderung der Satzung des städtischen Lyzeums. In das Kuratorium wird zu den vorhandenen sieben Mitgliedern als achtes ein Israelit hinzugewählt, sodaß das Kuratorium nunmehr aus dem Herrn Oberbürgermeister, drei katholischen, drei evangelischen und einem jüdischen Mitglied besteht. Widerspruch erhebt sich nicht.

DVZ, 14.03.1917

Samstag, 24.03.1917

Viehanlieferung
Während der Schlachthofsperre [dort war die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden] findet die Abnahme des Großviehs bei der Firma Gebr. Ullmann, Düren, Kölnstraße 76 statt. […]
Düren, den 24. März 1917.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
I. V.
Dr. Wolffgarten, Kreissyndikus

DVZ, 24.03.1917

Mittwoch, 28.03.1917

Gladbach, 28. März. Unteroffizier Carl Schwarz, im Jäger-Regt. zu Pferde Nr. 13 wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet, unter Beförderung zum Sergeanten.

DVZ, 31.03.1917

Donnerstag, 05.04.1917

Für die VI. Kriegsanleihe wurden ferner gezeichnet:
1. […]
2. Von Herrn Fabrikant Hermann Löwenstein (in Firma Gebr. Hannemann & Cie.) 100.000 M
[…]

DVZ, 06.04.1917

Donnerstag, 05.04.1917

Viehanlieferung betreffend.
Die im Viehhandel beschäftigten Herren werden ersucht, die getätigten Ankäufe bis Mittwoch jeder Woche sowohl dem betreffenden Bürgermeisteramte wie auch dem Vertrauensmanne, Herrn Albert Ullmann, Düren, Kölnstraße 76, anzuzeigen, damit die Schlachtviehumlagen entsprechend gekürzt werden können.
Düren, den 5. April 1917.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
I. V.:
Klotz,Kreisdeputierter

DVZ, 07.04.1917

Freitag, 06.04.1917

Lieferung von Mazzos gegen Abgabe von Brotkarten. Die Zentrale für Mazzos-Versorgung G. m. b. H. in Frankfurt (Main) liefert zur Herstellung des jüdischen Osterbrotes auf Bezugsscheine hin das erforderliche Mehl. Damit den in Düren wohnenden jüdischen Haushaltungen der Bezug von Osterbrot ermöglicht wird, hat die Stadtverwaltung sich mit dem Synagogenvorstand dahin geeinigt, daß der Vorstand gegen Ablieferung der für die Zeit vom 8. bis 14. April gültigen Brotmarken Mazzos beschafft. Die Karten sind beim Vorsitzenden der Synagogengemeinde, Herrn A. [=H.] Leven, Hohenzollernstraße, abzuliefern.

DVZ, 06.04.1917

Donnerstag, 12.04.1917

Für die VI. Kriegsanleihe zeichneten ferner:
[…]
Firma Ullmann 15.000 M
[…]

DVZ, 13.04.1917

Freitag, 13.04.1917

Für die VI. Kriegsanleihe zeichneten ferner:
[…]
Israelitischer Frauenverein 8.400 M
[…]
Herr Leo Liffmann 6.000 M

DVZ, 14.04.1917

Dienstag, 01.05.1917

Vom 1. Mai an befindet sich mein Geschäft sowie Stallung
Arnoldsweilerstr. 18.
Meine Privatwohnung von 5. Mai ab
Binsfelderstrasse 30.
Leo Liffmann
Pferdegeschäft
Fernsprecher 1756

DVZ, 28.04.1917

Sonntag, 20.05.1917

Den Heldentod für's Vaterland starb an einer am 5. ds. Mts. erlittenen schweren Verwundung im Lazarett zu Zweibrücken mein innigstgeliebter einziger Sohn, unser lieber Bruder, der
Landsturmmann
Josef Schwarz
im Alter von 40 Jahren.
In tiefer Trauer:
Andreas Schwarz nebst Familie.
Lüxheim, den 20. Mai 1917.
Die Beerdigung findet statt zu Lüxheim am Donnerstag, den 24. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr.

DVZ, 23.05.1917

Mittwoch, 23.05.1917

Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter
für unsere Werke Rölsdorf und Gürzenicher-Chaussee gesucht.
Gebr. Hannemann & Cie.
G. m. b. H.

DVZ, 23.05.1917

Freitag, 01.06.1917

Mehrere fleißige
Arbeiterinnen
finden lohnende Beschäftigung.
Marx & Treidel,
Lumpensortieranstalt,
Birkesdorf.

DVZ, 01.06.1917

Mittwoch, 27.06.1917

Viehpreise
Nach § 3 der Verordnung vom 5. April 1917 über Schlachtvieh und Fleischpreise für Schweine und Rinder (Reichs-Gesetzblatt S. 319) werden bis zum 31. Juli 1917 für Schlachtrinder, die spätestens am 30. Juni als fest gekauft den Vertrauensleuten des Rheinischen Viehhandelsverbandes, Herrn Peter Grieff und Albert Ullmann, Düren, Cölnstraße 76, angemeldet sind, die bis zum 30. Juni maßgebend gewesenen Preise gezahlt, auch, wenn die Tiere nach dem 1. Juli abgenommen werden.
Düren, den 27. Juni 1917
Der Vorsitzende des Kreiskommunalverbandes.
I. V.: Dr. Czéh
Regierungsrat

DVZ, 28.06.1917

17.07.1917

Kelz, 17. Juli. Der Unteroffz. Jak. Wolf, Sohn des Viehhändlers Jos. Wolf, Kelz, erhielt vor einiger Zeit das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

DZ, 18.7.1917

20.07.1917

Kreuzau, 20. Juli. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt Signalist Ernst Roer von hier.

DZ, 21.7.1917

20.07.1917

Statt jeder besonderen Anzeige.
Ruhe sanft auf Wiedersehen!
In tiefster Trauer teilen wir unsern Verwandten und Bekannten mit, dass unser lieber unvergesslicher Bruder, unser guter Schwager
Gustav Schwarz
Landsturmmann in einem Inftr.-Regt.
am 20. Juli, infolge Gasvergiftung, im Alter von 40 Jahren, nachdem er mit grosser Begeisterung an den schweren Kämpfen in Feindesland teilgenommen hatte, den Heldentod fürs Vaterland erlitten hat.
Um stille Teilnahme bitten
die tiefbetrübten Geschwister
Schwager, Schwägerinnen
nebst Anverwandten.
Embken, Zülpich, Commern, Köln, Euskirchen, 27. Juli 1917.

DZ, 28.7.1917

21.07.1917

Für unseren Betrieb in Merken suchen wir für sofort einen gewissenhaften Mann als
Nachtwächter.
Gottfr. Heymann & Söhne
Merken bei Düren.

DZ, 21.7.1917

22.-24.07.1917

Sonntag, Montag und Dienstag
halte mein Geschäft geschlossen
Schuhhaus Adolf Mayer
Cölnstraße 85a.

DZ, 21.7.1917

Montag, 13.08.1917

Anordnung
über den Verkauf der für den Kommunalverband beschlagnahmten Früchte.
Mit dem Aufkauf der auf Grund der Reichsgetreideordnung für die Ernte 1917 für den Kommunalverband beschlagnahmten Früchte und zwar
Roggen
Weizen, Spelz (Dinkel, Fesen), Emer, Einkorn
Gerste,
Hafer,
Erbsen, einschließlich Futtererbsen aller Art (Peluschken),
Bohnen, einschließlich Ackerbohnen,
Linsen,
Wicken,
Buchweizen
Hirse,
hat die hiesige Kreiskornstelle mit meiner Zustimmung die nachbenannten Händler und Händlerfirmen als Kommissionäre vorläufig bestellt:
a) […]
b) Firma Ullmann jr. zu Düren
c) […]
d) Firma Markus Berlin zu Düren,
e) […|
f) […]
g) Firma Moses Pollack zu Drove,
h) Firma Josef Pollack zu Vettweiß,
i) […]
k) Firma Josef Berlin zu Vettweiß,
l) […]
m) […].
[…]
Düren, den 13. August 1917.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
I. V.: Dr. Czéh, Regierungsrat

DZ, 15.08.1917

Samstag, 25.08.1917

Gladbach, 25. Aug. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt der Musketier Andreas Schwarz, Sohn des Händlers Philipp Schwarz, im Res.-Infant.-Regt. 15. Es ist dies der 2. Sohn, dem diese Auszeichnung zuteil wurde.

DZ, 27.08.1917

Mittwoch, 29.08.1917

Wegen Warenknappheit bleibt mein Geschäft an Wochentagen von 1-3 Uhr und an Sonn- und Feiertagen den ganzen Tag geschlossen.
Schuhhaus
Louis Berg Nachf., Düren
Wirtelstraße 2

DZ, 29.08.1917

Mittwoch, 05.09.1917

Kassiererin
und Buchhalterin,
tüchtige Verkäuferin,
Lehrmädchen
sofort gesucht.
Seidenhaus Cohn u. Cie.
Wirtelstraße

DZ, 05.09.1917

Samstag, 08.09.1917

Schließung zweier Metzgereien.
Die Metzgereien Samuel Levy und Jakob Jakobs, beide zu Langerwehe, habe ich wegen Unzuverlässigkeiten dieser beiden Metzger geschlossen.
I. V.: Czeh, Regierungsrat.

DZ, 05.09.1917

Sonntag, 16.09.1917

[Eröffnung der Städt. Sparkasse, Ansprache OB Klotz]
Wir haben ferner einen Vorstand gewählt, dessen Mitglieder im kaufmännischen und gewerblichen Leben sehr erfahren sind, und deren Persönlichkeiten allgemeines Vertrauen in der Bürgerschaft genießen. Es sind dies die Herren Stadtverordneten […] Löwenstein […], sowie aus der Bürgerschaft die Herren […]

DZ, 18.09.1917

Mittwoch, 26.09.1917

Hohen Feiertags wegen
ist mein Geschäft am Mittwoch, den 26. September, geschlossen.
David Mayer.
Feiertags halber
bleibt mein Geschäft Mittwoch, den 26. September geschlossen.
Josef Pollack,
Vettweiss.
Hohen Feiertags halber
bleibt mein Geschäft Mittwoch, den 26. September geschlossen.
M. Pollack, Drove

DZ, 24.09.1917

Mittwoch, 26.09.1917

Feiertags halber
bleibt mein Lager am Mittwoch, den 26. September, streng geschlossen.
Ullmann jr.

DZ, 25.09.1917

Mittwoch, 26.09.1917

Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt:
[…]
Einjähriger Albert Capell, z. Zt. verwundet in Heidenau b. Dresden, Sohn von Hermann Capell, Markt 4.

DZ, 26.09.1917

Donnerstag, 27.09.1917

Wir suchen
Lehrmädchen
aus ordentl. Familie mit guter Schulbildung gegen sofortige Vergütung.
Bellerstein & Mayer.

DZ, 27.09.1917

Freitag, 28.09.1917

Berg b. Nideggen, 28. Sept. Musketier Leopold Kamp, in einem Landw.-Infant.-Regt., wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

DZ, 28.09.1917

Mittwoch, 10.10.1917

VII. Kriegsanleihe
Auf die 7. Kriegsanleihe zeichneten ferner:
[…]
Firma Gebr. Hannemann u. Cie. 10 000 M*
*Am nächsten Tag korrigiert auf: 100 000 M

DZ, 10.10.1917

Samstag, 13.10.1917

VII. Kriegsanleihe
Auf die 7. Kriegsanleihe zeichneten ferner:
[…]
Herr Philipp Edler 20 000 M
Firma Gebrüder Herzheim G. m. b. H. 100 000 M
[…]

DZ, 13.10.1917

Montag, 15.10.1917

200 M. Belohnung
zahle demjenigen, der mir die Täter, welche in der Nacht vom 12. auf 13. d. M. aus meiner Weide bei Mariaweiler
eine Kuh gestohlen
und abgeschlachtet haben, so angibt, daß ich dieselben gerichtlich belangen kann.
Jakob Keusch
Gutenbergstraße 16

DZ, 15.10.1917

Samstag, 10.11.1917

Verkäuferin
mehrere
I. u. II. Arbeiterinnen
Lehrmädchen
für Laden und Atelier gesucht.
H. Zimmermann
Markt 21

DZ, 10.11.1917

Dienstag, 13.11.1917

Die Metzgereien Hermann Heumann und Gebr. Jacobs zu Gürzenich sind wegen Unzuverlässigkeit geschlossen.
Hermann Heumann und Gebr. Jonas und Jakob Jacobs dürfen weder in der Viehaufbringung, im Handel, in einer Fleischerei noch sonst in der Lebensmittelversorgung beschäftigt werden.
Düren, den 13. November 1917.
Der Königliche Landrat und Vorsitzende des Kreiskommunalverbandes.
Kesselkaul
Geheimer Regierungsrat.

DZ, 17.11.1917

Freitag, 30.11.1917

Aufgebot
Der Kaufmann und Händler Carl Kaufmann in Lüxheim, als Bevollmächtigter seiner Ehefrau Pauline geborene Kaufmann daselbst, diese als alleinige Erbin ihres am 6. Januar 1917 in Drove verstorbenen Oheims des Manufakturwarenhändlers Simon Kaufmann in Drove hat das Aufgebot des verloren gegangenen Hypothekenbriefes über die im Grundbuche von Kreuzau Band 11 Artikel 537 Abteilung III Nr. 1 zu Gunsten des genannten Simon Kaufmann und zu Lasten der Eheleute Fabrikarbeiter Matthias Braun und Maria geborene Jörres zu Kreuzau, Gütergemeinschaft, eingetragene Post von 1800 Mark beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf den
26. März 1918, vormittags 11 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gericht – Zimmer Nr. 20 – anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Düren, den 30. November 1917.
Königliches Amtsgericht.

DZ, 12.12.1917

Dienstag, 11.12.1917

Firma: Pappenfabrik Vettweiß, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Vettweiß. Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung vom 11. Dezember 1917 ist die Gesellschaft aufgelöst und in Liquidation getreten. Liquidatoren sind die bisherigen Geschäftsführer die Kaufleute Moritz Pollack und Leopold Schwarz jr., beide in Vettweiß, von denen jeder einzeln zu handeln befugt ist.
Amtsgericht Düren.

DZ, 24.04.1918

Mittwoch, 12.12.1917

Für herrschaftl. 2-Personen-Haushalt ein durchaus tücht.
Küchenmädchen,
welches auch etwas Hausarbeit übernimmt, per bald oder Januar nach Elberfeld gesucht. Daselbst auch per 15. Jan. oder 1. Februar ein
Zweitmädchen
gesucht, welches schon in bess. Häusern gewohnt hat.
Näheres zu erfahren bei
Frau Hermann Capell,
Düren, Markt 4.

DZ, 12.12.1917

Die Schüler (1864-1928)
A. Ehemalige Schüler, die an der Schule ein Abschlußzeugnis erwarben, und Abiturienten
[…] Roer Siegfried, Kreuzau
Ullmann Otto, Düren […]

Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 161

1917/1918

5. Die Schüler (1864-1928)
B. Ehemalige Schüler, die die Realschule mit dem Schlußzeugnis verlassen haben (seit Ostern 1914).
[…] Berlin Alfred, Düren
[…] Lachs Siegfried, Hochkirchen […]

Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 164

1918

01.01.1918

Witwe Jonas Jacobs, Gürzenich 76, meldet ein Kurzwarengeschäft als Gewerbe an.
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] eingestellt 31.12.38

KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936

17.01.1918

Allgem. Ortskrankenkasse Düren.
Da die bisherigen Spezial-Kassenärzte für Nasen-, Ohren- und Halskrankheiten, die Herren Dr. Littaur und Dr. Richrath, infolge eines Beschlusses der Dürener Spezialärzte sich weigern, den vom Vertragsausschuß genehmigten Vertrag anzuerkennen, so können unsere Mitglieder in Zukunft in besonderen Fällen nur nach vorheriger Ueberweisung durch den Vorsitzenden Spezialärzte in Anspruch nehmen.
Der Vorstand.

DZ, 17.01.1918

Mittwoch, 06.02.1918

Gürzenich, 6. Febr. Das Eiserne Kreuz erhielt Jos. Heumann in einem Inf.-Regt.; Sohn des Metzgermeisters Hermann Heumann.

DZ, 06.02.1918

Freitag, 15.03.1918

Der Kriegsausschuss für Öle u. Fette, Berlin
schliesst
Anbauverträge für Sommerölfrüchte.
Für Sommerrüben, Leindotter, Mohn und Senf werden ausser den lohnenden Abnahmepreisen Flächenzulagen, für Senf ausserdem eine Druschprämie gewährt. Der Bezug von Ammoniak für die Anbauer 80 Kilo auf das Hektar wird vermittelt.
Näheres durch den
Kreiskommissionär Ullmann jr., Düren

DZ, 15.03.1918

Montag, 25.03.1918

Aus Stadt und Kreis
Abgabe von Brotmarken für die Bezieher von Mazzos. Alle israelitischen Einwohner von Düren, die wenigstens 4 Pfund Mazzos bezogen haben, müssen für jede Person eine Brotkarte innerhalb einer Woche beim Vorstand der Synagogengemeinde abgeben. Wird dieser Aufforderung nicht nachgekommen, so erfolgt zwangsweise Einziehung durch das Lebensmittelamt.

DZ, 25.03.1918

Samstag, 30.03.1918

VIII. Kriegsanleihe
Laut Beschluß des Ortsausschusses für die Werbung zur 8. Kriegsanleihe sollen auch diesmal der gegenseitigen Anregung wegen Zeichnungen über 5000 M veröffentlicht werden, wenn die Zeichner damit einverstanden sind. […]
1. Dürener Metallwerke 1.750.000 M
[…]
7. Gebrüder Hannemann & Cie. 155.000 M
[…]

DZ, 30.03.1918

Mittwoch, 03.04.1918

Aus Stadt und Kreis.
Nachahmungswerte Ostergaben. […]
Eine freudige Osterüberraschung wurde den Arbeitern und Arbeiterinnen der Firma Gebr. Hannemann u. Cie., G. m. b. H., Rölsdorf und Gürzenich zuteil. Der Inhaber, Herr Hermann Löwenstein, gab jedem, auch dem jüngsten in der Firma Beschäftigten, ein Geldgeschenk, das besonders bei den langjährig bei der Firma Tätigen einen ansehnlichen Betrag ausmachte.

DZ, 03.04.1918

Dienstag, 16.04.1918

Gestern erhielten wir die Trauerbotschaft, dass unser lieber einziger Sohn und guter Bruder, der Musketier
Josef Heumann
Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Kl.
am 16. April im eben vollendeten 20. Lebensjahre gefallen ist.
In tiefer Trauer
Familie Hermann Heumann.
Gürzenich, 30. April 1918

DZ, 30.04.1918

17.04.1918

Jonas Jacobs, Gürzenich 76, meldet ein Manufakturwarengeschäft neu zum Gewerbe an. "Neu begonnen. Anlage & Betriebskapital 1500,- Mk Ertrag 800,- Mk"
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] eingestellt am 1.10.38

KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936

Donnerstag, 18.04.1918

VIII. Kriegsanleihe
Es zeichneten ferner: […]
Firma Gebr. Herzheim G. m. b. H. 50.000 M
Frau Anna Herzheim 30.000 M
[…]
Mitglieder des isr. Frauenvereins 12.500 M
[…]
Israelitische Volksschule 5.800 M
[…]

DZ, 19.04.1918

Freitag, 19.04.1918

Gey, 19. April
Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt der Grenadier Isidor Meyer von hier

DZ, 20.04.1918

Freitag, 03.05.1918

Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt:
Flugzeugführer Karl Fromm, Sohn vom Herrn I. Fromm, Düren

DZ, 03.05.1918

Dienstag, 07.05.1918

Bürgermeisterei Birgel, 7. Mai. Die Metzger Heumann und Kuhl in Gürzenich sind wieder zur Fleischversorgung in der Gemeinde Gürzenich zugelassen worden. […] Die Israeliten von Gürzenich können das Fleisch bei dem Metzger Heumann entnehmen. […]

DZ, 07.05.1918

Dienstag, 07.05.1918

Nörvenich, 7. Mai
Dem Gefreiten Moritz Hermanns, in einem Feldartill.-Regt. im Westen, wurde das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen.

DZ, 08.05.1918

Montag, 13.05.1918

„Statt jeder besonderen Anzeige.
Geflossen ist sein junges Blut –
Für uns zu früh – er war so gut.
Ganz unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, daß mein innigstgeliebter Sohn, unser herzensguter Bruder, Neffe und Vetter
Kriegsfreiwilliger
Gefr. Josef Markus
Inhaber des E. K. II,
beim Stabe der II. Abt. 15. Res.-Feld.Art.-Regt.,
infolge einer schweren Verwundung am 7. Mai im jugendlichen Alter von 22 Jahren den Heldentod gestorben ist, nach fast 4jähriger treuer Pflichterfüllung.
In tiefer Trauer:
Frau Wwe. Klara Markus geb. Keusch
Erich Markus z. Zt. beurlaubt
Else Markus
und die übrigen Anverwandten.
Mariaweiler, den 13. Mai 1918.
Bitte von Beileidsbesuchen absehen zu wollen.“

DZ, 15.05.1918

Donnerstag, 30.05.1918

Bürgermeisterei Birgel, 30. Mai. Kanin-, Hasen- und Katzenfelle werden für wichtige Heereszwecke dringend gebraucht. Sie sind deshalb beschlagnahmt und müssen an die bestehenden Sammelstellen abgeliefert werden […] Eine derartige Sammelstelle befindet sich bei Fräulein Eva Roer-Rölsdorf, woselbst sämtliche in der Bürgermeisterei vorhandenen Felle der genannten Art abzuliefern sind.

DZ, 31.05.1918

Samstag, 01.06.1918

Unsere Erwartung, daß die Sammlung für die Ludendorff-Spende auch in unserer gebefreudigen Stadt Düren eine freundliche Aufnahme finden werde, dürfte ganz in Erfüllung gehen. Wie wir hören, sind an größeren Zeichnungen bereits folgende eingegangen: Dürener Metallwerke 150.000 M, Firma Emil Hoesch 15.000 M, Hannemann & Co. 10.000 M, Leopold Schoeller & Söhne 10.000 M, Geheimrat Wilhelm Hoesch 5000 M, Felix Heinrich Schoeller 30.000 M, Banning & Seybold 10.000 M, Geheimrat Landrat Kesselkaul 6000 M, Felix Peltzer 5000 M. […]

DZ, 01.06.1918

Dienstag, 11.06.1918

Untermaubach, 11. Juni. Landst. Phil. Roer, im Res.-Inf.-Regt. Nr. 29, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

DZ, 11.06.1918

Donnerstag, 27.06.1918

200 M. Belohnung
sichern wir demjenigen, der uns den Täter überliefert, welcher auf dem israelitischen Friedhof der Gemeinde Pier 2 Grabsteine geschändet hat.
Familie Cahn, Pier

DZ, 27.06.1918

Montag, 01.07.1918

Gladbach (Kreis Düren), 7. [=1.?] Juli. Dem Landsturmmann Max Schwarz, in einem Inftr.-Regt., wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Er ist der dritte Sohn des Händlers Philipp Schwarz, dem diese Auszeichnung zuteil wurde.

DZ, 03.07.1918

Dienstag, 02.07.1918

Militärisches. Befördert wurden die Veterinäre der Reserven Dr. Fromm und Dr. Billig (Jülich) zu Oberveterinären.

DZ, 02.07.1918

Mittwoch, 03.07.1918

Drove, 3. Juli. Landsturmmann Jak. Daniel, in einem Landst.-Infant.-Regt., erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

DZ, 04.07.1918

Montag, 15.07.1918

Birgel, 15. Juli. Die Fleischversorgungsberechtigten wollen sich bis zum 18. ds. Mts. bei einem der nachbenannten Metzger in die Kundenliste eintragen lassen: Bezirk 1 Gürzenich bei Heumann, […], Jacobs und Geschw. Fromm nur für die Einwohner von Gürzenich. Bezirk 2. Rölsdorf-Birgel bei […] und Roer nur für die Einwohner dieser Gemeinden. Bezirk 3. Lendersdorf-Krauthausen, Berzbuir u. Kufferath bei den Metzgern […], Herz, […] nur für die Einwohner dieser Orte. […]

DZ, 15.07.1918

Samstag, 03.08.1918

[Große gestaltete Anzeige als eine von vielen nach dem Fliegerangriff auf Düren am 1.8.]
Versicherung gegen Fliegerschäden
für Haus, Mobilar und Industrie sowie auch gegen Personenschäden
vermittelt sofort
N. Lachs & Co.,
Cölnplatz 9.   Fernsprecher 459

DZ, 03.08.1918

Samstag, 03.08.1918

Statt besonderer Anzeige.
Am Sonnabend verschied in einem Feldlazarett an einer tückischen Krankheit im Alter von 33 Jahren mein innigstgeliebter, unvergesslicher Mann, der treue Vater meiner Kinder, unser liebevoller Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der
Gefreite
Benno Berg
Pionier in einem Scheinw.-Zug.
Wer ihn gekannt wird unsern Schmerz mit uns fühlen.
Namens der Hinterbliebenen:
Dora Berg geb. Bendix.
Düren, 4. August 1918.

DZ, 06.08.1918

Mittwoch, 07.08.1918

Kriegsgetraut
Isaak Meyer
Lina Meyer geb. Meyer
Siegmund Schwarz
Johanna Schwarz geb. Meyer
Gey Cörrenzig
7. August 1918

DZ, 07.08.1918

Samstag, 10.08.1918

Größeres
Lager
zu mieten gesucht.
Marx & Treidel
Birkesdorf.

DZ, 10.08.1918

Montag, 12.08.1918

Suche zu Anfang Oktober ein tüchtiges
Dienstmädchen.
Mein jetziges Mädchen verläßt nach 15jähr. Dienste wegen Verheir. ihre Stellung
Frau Hermann Wertheim,
Langerwehe

DZ, 12.08.1918

Dienstag, 13.08.1918

Bekanntmachung.
Bei einem Pferde des Viehhändlers Isaak Keusch in Merken wurde die Räude amtstierärztlich festgestellt.
Birkesdorf, 13. Aug. 1918.
Die Polizeiverwaltung.
Der Bürgermeister
I. V.: gez. Emmel.

DZ, 17.08.1918

5. Die Schüler (1864-1928)
A. Ehemalige Schüler, die an der Schule ein Abschlußzeugnis erwarben, und Abiturienten
[…] Meyer Karl, Merken […]

Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 161

1918/1919

5. Die Schüler (1864-1928)
B. Ehemalige Schüler, die die Realschule mit dem Schlußzeugnis verlassen haben (seit Ostern 1914).
[…] Eckstein Hermann, Sindorf
Leven Alfred, Düren
Marx Johann, Birkesdorf [???] […]

Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 164

1919

16.09.1919

[Durchgestrichen: Isaak] Gebrüder Roer, Lendersdorf 98, melden einen Waschmittelversand (Seife) zum Gewerbe an. "Erweiterung des bisher. Geschäfts
10000 M Anlage u. Betriebskapital
4000 M Geschäftsertrag"
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] abgemeldet am 2.11.1920

KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936

12.10.1919

[b) Stadtverordnete und Ausschüsse]
Auf Grund der Verordnung über die anderweitige Regelung des Gemeindewahlrechts vom 24. Januar 1919 und 31. Januar 1919 fanden am 12. Oktober 1919 Neuwahlen zur Stadtverordnetenversammlung statt. Es lagen fünf Wahlvorschläge vor, aus denen folgende Stadtverordnete gewählt wurden:
[…]
d) Demokratische Partei: […] Edler Philipp, Kaufmann

Bericht über den Stand und die Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten der Stadt Düren vom 1. April 1921 bis 31. März 1926, Düren 1926, S. 8