"Judenbraten"
Ein Pfund Kalbfleisch ohne Haut und Fasern, 1/4 Pfund Knochenmark, einige Semmeln in Milch geweicht und ausgedrückt, werden zusammen recht fein geschnitten oder gehackt, mit etwas angelaufener Zwiebel, Salz und einigen Eigelb vermischt und das Ganze zu einer Wurst geformt. Diese wendet man in Mehl oder spickt sie auch, bratet sie mit heißer Butter begossen schön braun, gießt zuletzt eine Tasse sauren Rahm darüber und verziert sie mit kleinen Kartoffeln. Man kann auch Rind-, Kalb- und Schweinefleisch zusammenmischen, die Wurst in Semmelbrösel wenden und sie beim Braten mit Butter begießen.

Rezept aus dem Kapitel "Fleischgerichte" der Broschüre "Das Dürener Kochbuch", Druck und Verlag Hugo Trennert, Düren, o.J., S. 29

06.03.1930

Großfeuer in Gey
Ein ganzes Gehöft verbrannt / Die Postagentur in Flammen
Heute vormittag wurde Gey von einem furchtbaren Schadenfeuer heimgesucht. Kurz nach 9 Uhr brach im Gehöft des Herrn Josef Meyer ein Brand aus, der sich mit Windeseile ausdehnte. Nach kurzer Zeit war eine große mit Frucht gefüllte Scheune und die danebenliegenden Stallungen vollständig eingeäschert. Auch das Wohnhaus fing Flammen. Bei Redaktionsschluß konnten wir noch nicht feststellen, ob es auch des wütenden Elementes Opfer geworden ist. Die Ortsfeuerwehr konnte es nicht verhindern, daß der Brand auch auf das Gehöft des Herrn Michael Meyer übergriff. Die im Hause befindliche Postagentur wurde vernichtet.
Vom Bürgermeisteramt aus wurde die Dürener städt. Feuerwehr zu Hilfe gerufen, die alsbald abrückte. Ob sich der Brand noch weiter ausdehnt und wie hoch der Schaden ist, läßt sich bis zur Stunde nicht feststellen. Vieh soll in den Flammen nicht umgekommen sein.

Zeitungsartikel unbekannter Provenienz, Slg. Kaiser

06.03.1930

Schadenfeuer in Gey
Gey, 6. März. Heute vormittag zwischen 9 Uhr und 9.30 Uhr brach in dem Anwesen der Familie Meyer ein Brand aus, der schnell das alte Haus ergriff und dann auch Scheune und Stallung in Mitleidenschaft zog. Die Vorräte in der Scheune werden wohl vernichtet sein, während das Vieh gerettet wurde. Doch mußte das Vieh zum Teil abgeschlachtet werden. Ein neueres Gebäude, in dem sich die Postagentur und eine Wirtschaft befinden, scheint gerettet zu werden. Näheres konnten wir bis Redaktionsschluß nicht in Erfahrung bringen, da die Löscharbeiten noch im Gange sind. Außer den Feuerwehren von Gey und Straß ist auch die Dürener mit den beiden Autolöschzügen zur Hilfeleistung herangezogen.

Zeitungsartikel unbekannter Provenienz, Slg. Kaiser

07.03.1930

Der Brand in Gey
Verhängnisvolles Fehlen einer Wasserleitung
Gey, 7. März. Das gestrige Schadenfeuer im Anwesen der Familie Meyer konnte erst gegen Mittag gelöscht werden. Da die Wasserleitung im Ort fehlte, mußte das Wasser aus einem Brunnen genommen und von der in der Nähe des Kriegerdenkmals liegenden Pumpe herbeigetragen werden. Die Dürener Feuerwehr wurde hauptsächlich herbeigerufen, weil die Gebäude in kurzer Zeit lichterloh brannten und zwei Nachbaranwesen stark gefährdet waren. Von den in einem Viereck angeordneten Wirtschaftsgebäuden blieb nur ein kleiner Teil stehen. Die Vorräte, landwirtschaftliche Maschinen und auch ein Teil des Viehes verbrannten. Das in Steinen ausgeführte neue Gebäude, in dem die Postagentur untergebracht ist, konnte gerettet werden. Der Schaden ist versichert. Die Entstehungsursache ist anscheinend in einem Kurzschluß in der elektrischen Lichtleitung zu suchen.

Zeitungsartikel unbekannter Provenienz, Slg. Kaiser

Großfeuer in Gey
Durch Kurzschluß entstanden?
Zu dem bereits gestern ausführlich gemeldeten Großfeuer in Gey erfahren wir noch folgende Einzelheiten:
Total niedergebrannt sind außer dem Hauptgebäude sämtliche in einem Viereck liegenden Wirtschaftsgebäude und ein altes Wohnhaus. Die Wirtschaftsgebäude bestanden aus einer Scheune, die mit Frucht gefüllt war, drei Viehställen, Pferde- und Schweinestall, zwei Tennen und zwei Schuppen. Lediglich dem Umstand, daß das Hauptgebäude an beiden Seiten durch Einfahrten freiliegt, ist dessen Erhaltung zu verdanken.
Das Vieh konnte zum großen Teil gerettet werden; lediglich ein Schwein verbrannte und zwei mußten brennend abgeschlachtet werden. Die in den Gebäuden stehenden Maschinen sind dagegen sämtlich verbrannt.
Vermutlich ist das Feuer durch Kurzschluß entstanden, denn das ganze Viereck stand innerhalb zwei Minuten in hellen Flammen. Bei den geradezu katastrophalen Wasserverhältnissen war an ein Ablöschen garnicht zu denken. Das Wasser für die in kürzester Zeit herbeigeeilte Ortsfeuerwehr mußte aus einem ungefähr 100 Meter entfernten Brunnen herbeigetragen (!) werden und als die Motorspritze der Dürener Feuerwehr eintraf, mußte man erst eine Pumpe abbrechen, damit die Schlauchleitung angelegt werden konnte. Aber auch diese Mühe war vergebens, da der Brunnen in noch nicht zwei Minuten leer war.
Die Dürener Wehr rückte nach 2 Stunden wieder ab, während von der Ortswehr bis heute morgen 8 Uhr eine Wache am Brandort aufgestellt wurde. Die Trümmer schwelen zwar noch, irgendwelche Gefahr besteht aber nicht mehr.

Zeitungsartikel unbekannter Provenienz, Slg. Kaiser

[03.-11.05.1930]

Ehrenausschuß
Landrat Schaaf
Bürgermeister Kyll
[…]
Löwenstein Hermann, Fabrikant[…]

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Festschrift zum 25jährigen Bestehen verbunden mit Sportwoche vom 3.-11. Mai 1930 des F.C. Borussia 05 Rölsdorf

Donnerstag, 22. Mai 1930

"Heute morgen entschlief sanft nach kurzem Krankenlager mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Herr Josef Roer im nahezu vollendeten 86. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Kreuzau, Zülpich u. Kerpen, den 22. Mai 1930."

Todesanzeige, Slg. Schnitzler

Sonntag, 25. Mai 1930

"k. Kreuzau, 26. Mai. Gestern nachmittag wurde einer der ältesten Einwohner unseres Ortes, Herr Josef Roer, zu Grabe getragen. Der Verstorbene hatte das 86. Lebensjahr nahezu vollendet und konnte noch im Vorjahre mit seiner jetzt noch lebenden Gattin das seltene Fest der goldenen Hochzeit feiern. Die überaus große Beteiligung bei der Begräbnisfeier auf dem Friedhof in Drove war ein erhebender Beweis für die große Beliebtheit, deren sich der Verewigte allgemein erfreute."

Zeitungsausschnitt, Slg. Schnitzler

03.-05.06.1930

Zu den wichtigsten Veranstaltungen des Jubiläums vom 3. bis 5. Juni 1930 gehörten ein katholischer, ein evangelischer und ein israelitischer Gottesdienst […]

1880-1980. Städtisches Rurtalgymnasium Düren, Festschrift zum 100jährigen Bestehen, S. 30

15.06.1930

Abraham Kamp, Gürzenich 125, meldet einen Kleinhandel [durchgestrichen: und Flaschenbierverkauf] zum Gewerbe an. "Von Mathilde Esser übernommen."
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] eingestellt 7./8.31

KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936

24. Juli 1930

"Hausverkauf in Drove.
Am 24. Juli [1930] nachmittags 5 Uhr in der Wirtschaft Joeken in Drove lassen die Geschwister Treu die nachbezeichneten Grundstücke öffentlich meistbietend versteigern:
Gemeinde Drove: Flur 2 Nr. 43, Oberste Komm groß 7 Ar.
Flur 25 Nr. 336/64, groß 2,83 Ar, mit den aufstehenden Gebäuden Dorfstr. 65.
Düren, Zehnthofstr. 13 Fernruf 3292 Dr. Stettner Notar"

Zeitungs-Anzeige, Slg. Schnitzler.