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Pereles

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Pereles
Vorname:
Max
GebName:
Titel:
Dr.
GebDat:
14.11.1886
GebOrt:
Chlodenschloß, Taus (Böhmen)
TodDat:
27.04.1971
TodOrt:
Jenkintown [USA]
Vater:
Daniel Pereles *1858
Mutter:
Emma Seifensieder *1858
Geschwister:
Alfred *1885
Partner:
23.06.1924: Lina Lang
Kinder:
Wohnorte:
Chodenschloß; Cham (Oberpfalz); ab 05.08.1899 Düren; München; Treuchtlingen (Kr. Weißenburg)
Berufe:
Dr. jur., Rechtsanwalt in München
Notizen:
1906/07 Abitur am Stift. Gymnasium Düren / Promotion Sommer 1915 / „Das Assessor-Examen hat Herr Dr. Max Pereles bestanden.“ DVZ, 31.03.1917 / Verlobt sich 12/1922 mit Else Hönig (Eger) / „Der aus Böhmen Stammende war erst 1918 [als Rechtsanwalt] zugelassen worden und, da kein Frontkämpfer, 1933 mit Berufsverbot belegt worden. Danach zeitweise ohne Einkommen, später Geschäftsführer einer Zigarrenfabrik, entschloss er sich Ende 1936 nach dem Verkauf seines Münchener Hauses zusammen mit Ehefrau und 78-jährigem Vater zur Emigration nach Italien. Dort ließ er sich im heute zu Kroatien gehörigen, damals italienischen Laurana (Lovran) bei Fiume (Rijeka) nieder und kaufte sich eine Villa, die er als Pension zu betreiben gedachte. Italien entzog ihm 1938 jedoch die Konzession und internierte ihn ab 1940 für über vier Jahre in einem Lager im Süden des Landes. Frau Lina Pereles gelang es derweilen, mit gefälschten Papieren (Perelesi) in Florenz und Siena unterzutauchen. Jugoslawien unter Tito enteignete nach 1945 das Haus in Lovran, so dass Pereles im Oktober 1947 notgedrungen von Italien nach den USA weiterwandern musste. Auch dort setzte sich zunächst seine Pechsträhne fort, denn er war die ersten Jahre arbeitslos, während seine Frau als Buchhalterin die Familie ernährte. Zwischen 1950 und 1960 erst Verkäufer von Bürsten, dann Angestellter eines amerikanischen Anwaltsbüros, ist er 1971 im Alter von 84 Jahren in Philadelphia gestorben.“ (Reinhard Weber, Das Schicksal der jüdischen Rechtsanwälte in Bayern nach 1933; frdl. Hinweis Holger Frerichs)

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